Frankfurt/Main (dpa) - Die Lufthansa und ihre Fluggäste müssen mit keinen weiteren Streiks der Kabinengewerkschaft Ufo rechnen. Unter dem Eindruck des bislang heftigsten Streiktages in ihrer Geschichte einigte sich die Lufthansa mit Ufo darauf, den Tarifkonflikt in einem Schlichtungsverfahren zu lösen.

Damit gilt laut Lufthansa ab Samstag 00.00 Uhr wieder die Friedenspflicht.

Nach Lufthansa-Angaben soll bis zum 12. September das Schlichtungsverfahren abgeschlossen werden. Es gehe dabei nur um eine Vergütungsvereinbarung und eine Ergebnisbeteiligung. Parallel dazu werden Gespräche zu den anderen strittigen Themen geführt, sagte Lufthansa-Sprecher Alexander Behrens.

Der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, sagte, die Streiks würden ausgesetzt. Auch nach Ufo-Angaben geht es im Schlichtungsverfahren in erster Linie um die Vergütungsfragen. Parallel dazu sollen aber über alle anderen Fragen wie Leiharbeit verhandelt werden. «Damit ist die Ufo sehr zufrieden», sagte Baublies. Es sei der Gewerkschaft immer um ein Gesamtpaket gegangen. Die Ankündigung der Lufthansa, künftig keine Leih-Stewardessen mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen, sei ein «wichtiges Signal» gewesen.

Wegen des Streiks musste Europas größte Fluggesellschaft am Freitag weit mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen, rund 100 000 Reisende waren von dem beispiellosen Ausstand betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung. Chaos gab es aber weder an Flughäfen, Bahnhöfen noch auf den Autobahnen. Es war bereits die dritte Streikwelle nach zwei regional begrenzten Ausständen seit Freitag vergangener Woche.