London (dpa) - Die deutschen Radsportler sind bei den Paralympics in London nicht zu stoppen. Andrea Eskau gewann in der Handbike-Klasse H4 ihre zweite Goldmedaille, Dorothee Vieth landete auf dem Bronzerang.

Es war die 15. deutsche Goldmedaille - in Peking hatte es 14 gegeben. Nach dem Sieg im Einzelzeitfahren setzte sich die 31 Jahre alte Querschnittsgelähmte vom USC Magdeburg auch nach 48 Kilometern auf der Rennstrecke Brands Hatch durch. «Ich habe komplett für dieses Rennen trainiert. Als ich den Vorsprung herausgefahren hatte, konnte ich entspannt meine Zeiten runterspulen», sagte die Siegerin. Kurz danach holte der Hesse Vico Merklein Silber.

Großer Jubel herrschte auch bei den Tischtennisspielern, als Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle Silber gewannen. Die beiden Rollstuhlfahrer aus Bayern unterlagen zwar im Finale mit 2:3 den Favoriten aus China, boten aber ein packendes Match und verloren erst das entscheidende Doppel mit 1:3. Die Enttäuschung währte nur kurz. «Das ist ein Riesenerfolg, wir haben ein junges Team, dem die Zukunft gehört», sagte Trainer Wieland Speer. Die starken deutschen Zelluloidball-Artisten hatten zuvor in der britischen Hauptstadt Gold im Einzel durch Holger Nikelis und Jochen Wollmert gewonnen.

Ihre Stärke über die lange Schwimmstrecke bestätigte Fahnenträgerin Daniela Schulte im Vorlauf über 400 Meter Freistil mit paralympischem Rekord. «Das ist einfach genial», sagte die Berlinerin und freute sich, dass ihre Familie nachgereist war.

Ihren vierten Paralympics-Einzeltitel und ihren 470. Erfolg in Serie landete die niederländische Ausnahme-Tennisspielerin Esther Vergeer mit einem klaren 2:0 gegen Teamkameradin Aniek van Koot.