Hamburg (dpa) - Profi-Boxer Manuel Charr hat wie angekündigt Protest gegen die Wertung des verlorenen WM-Kampfes gegen Titelträger Vitali Klitschko eingelegt.

Es liege ein Regelverstoß vor, weil er in der Ringecke Klitschkos vom Arzt begutachtet und behandelt wurde, teilte sein Boxstall Diamondboy Promotion mit. Nun muss sich der Weltverband WBC mit dem Protest befassen. Klitschko hatte durch technischen K.o. in der vierten Runde gewonnen.

Charrs Management gibt an, nach den Regeln hätte sein Boxer wegen der stark blutenden Augenbrauenverletzung in der nächstgelegen Ecke behandelt werden müssen. Das sei zum Zeitpunkt der Unterbrechung die Charr-Ecke gewesen. Der in Köln lebende Boxer mit libanesischen und syrischen Wurzeln sei jedoch in der Klitschko-Ecke behandelt worden. Der Arzt hatte empfohlen, den Kampf nicht fortzusetzen. Daraufhin brach der Ringrichter das von Klitschko dominierte Duell ab.

«Es ist nicht üblich, dass ein Boxer in der fremden Ecke behandelt wird. Es gibt aber nur Empfehlungen, keine Regel dafür», sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). Die beiden Ringärzte sind vom BDB ausgesucht und eingesetzt worden, nicht von den jeweiligen Box-Lagern. «Es war Zufall, dass wir Stefan Holthusen in die Klitschko-Ecke beordert hatten und Stefan Bock in die Charr-Ecke. Es hätte genauso gut umgekehrt sein können», sagte Pütz, der dem Protest kaum Chancen gibt.