Sarajevo (dpa) - Die erste Etappe zur EM wurde mit kleinen Macken gemeistert - und für den entscheidenden Schritt haben die deutschen U 21-Fußballer reichlich Selbstvertrauen getankt.

«Wir können immer giftig sein, Tore schießen und gewinnen. Das ist ein gutes Zeichen für die Playoffs», sagte Innenverteidiger Jan Kirchhoff. Das 4:4 in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina zum Abschluss der Gruppenphase ist ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Mit den Youngstern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist in der anstehenden Relegation zu rechnen. «In den Playoffs gehören wir zu den Favoriten», erklärte Stürmer Kevin Volland.

Ein gesteigertes Selbstbewusstsein ist für die DFB-Auswahl auch wichtig. Denn rein faktisch ist der erste Teil der Qualifikation mit neun Siegen und einem Remis aus den zehn Gruppenspielen nichts mehr wert, wenn vom 12. bis 16. Oktober die Playoffs ausgetragen werden. Nur die Sieger der sieben Relegationsduelle, die am Freitag in Nyon ausgelost werden, sind neben dem Gastgeber bei der nächsten EM in Israel (15. bis 29. Juni 2013) dabei.

In den Playoffs sind die Spitzenkräfte des europäischen Fußballs vertreten. Neben Deutschland qualifizierten sich Spanien, Frankreich, Italien, England, Tschechien, Schweden, Serbien, Russland, und die Niederlande als Gruppenerste für die Entscheidungsspiele. Hinzu kommen als die vier besten Gruppenzweiten die Schweiz, Dänemark, Norwegen und die Slowakei. «Einen Wunsch- oder Angstgegner haben wir nicht», sagte DFB-Trainer Rainer Adrion.

Vor zwei Jahren war Adrion mit der damaligen U 21 bereits in der Gruppenphase unter anderem an Island gescheitert. 2008 konnte sich der Nachwuchs in zwei Partien gegen Frankreich behaupten, um dann 2009 in Schweden den EM-Titel zu gewinnen. Vor der EM 2007 war in den Playoffs gegen England Endstation.

Jetzt konnte Adrion eine gute Basis für den nächsten Triumph legen. Seine Mannschaft bestach in der bisherigen Qualifikation gegen allerdings zumeist zweitklassig auftretende Kontrahenten durch Spielwitz und eine schlagkräftige Offensive, die in zehn Partien 39 Tore markierte. Zudem stehen in Kapitän Lewis Holtby von Schalke 04 und dem Mainzer Jan Kirchhoff Typen zur Verfügung, die mitreißen können.

Abwehrrecke Kirchhoff konnte in Sarajevo zwar die vier Kopfball-Gegentore durch die Bosnier Milan Djuric (11. Minute/23./38.) und Srdjan Grahovac (74.) nicht verhindern. Doch nach den Rückständen trieb er die DFB-Elf nach vorne. Durch die Treffer von Kirchhoff (21.), Sebastian Polter (58./87.) und Moritz Leitner (59.) blieb das Team ungeschlagen. «Insgesamt ist die Qualifikation positiv zu sehen. Das Team hat den Willen gezeigt, nicht verlieren zu wollen», meinte Adrion.

In Bosnien verzichtete Adrion auf eine Vielzahl von Stammspielern. Das Torfestival von Sarajevo brachte dem Coach die Bestätigung, dass auf seine zweite Reihe einigermaßen Verlass ist. Zwar leitete sich die Defensive eine Fülle Patzer, doch die deutsche Elf zeigte Teamgeist und kämpfte sich zurück. «Ich sehe es als Aufgabe für mich, als aggressiver Spieler auch die anderen mitzureißen und meinen Beitrag zum Erfolg zu leisten», befand Nürnbergs Polter, der nach seiner Einwechselung doppelt traf.

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