Den Haag (dpa) - Die Parlamentswahl in den Niederlanden an diesem Mittwoch verspricht einen spannenden Zweikampf zwischen den regierenden Rechtsliberalen und den bislang oppositionellen Sozialdemokraten.

Nach Umfragen vom Dienstag könnten beide Parteien jeweils 35 der 150 Sitze der Zweiten Kammer des Parlaments gewinnen. Einen Tag vor der Neuwahl wird ihr Abstand zu den übrigen Parteien zudem größer.

Der rechtsliberale Ministerpräsident Mark Rutte warnte erneut vor einem Linksruck. «Ein Kurswechsel in der derzeitigen Krise kann sich das Land nicht erlauben», sagte er im letzten TV-Duell am Montagabend. Sein sozialdemokratischer Herausforderer Diederik Samsom warf ihm vor, «Ängste zu schüren». Er kritisierte die Sparpolitik der Regierung, unter der vor allem Geringverdiener leiden müssten.

Beide Kontrahenten äußerten Zweifel, dass sie in einer Regierung zusammenarbeiten könnten, schlossen dies aber auch nicht aus. Beobachter halten eine sozial-liberale Koalition mit einem dritten oder vierten Partner für unvermeidlich.

Die vorgezogene Neuwahl war notwendig geworden, nachdem der Rechtspopulist Geert Wilders im April der Minderheitsregierung von Rechtsliberalen und Christdemokraten seine Unterstützung entzogen hatte.