Helsinki (dpa) - Spanien erwägt wegen der Schuldenkrise einen Antrag auf Anleihekäufe bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Eine vollständige Rettung des Landes sei aber nicht notwendig, betonte Ministerpräsident Mariano Rajoy in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit zwei finnischen Tageszeitungen.

«Der von der EZB angekündigte Mechanismus ist die einzige Option, die ich abgesehen vom Wachstum in Betracht ziehe», sagte Rajoy der Zeitung «Helsingin Sanomat». «Einen Rettungsantrag für das gesamte Land schließe ich aus», stellte er im Wirtschaftsblatt «Kauppalehti» klar.

Die EZB hatte vergangene Woche angekündigt, Euro-Krisenländern mit dem unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen unter die Arme greifen zu wollen. Dafür sollen allerdings strenge Voraussetzung gelten. Bevor sich Spanien an die EZB wende, wolle er die Meinung der anderen Euro-Länder hören, ergänzte der konservative Regierungschef. «Ich bin bereit, das Defizit zu senken. Aber andere dürfen nicht darüber entscheiden, wie es reduziert werden sollte.»

Rajoy, der bereits Milliardenhilfen zur Sanierung des maroden spanischen Bankensystems beantragen musste, hatte sich bislang gegen weitere Hilfsprogramme gesperrt. Das Land befürchtet für den Fall weiterer Hilfen strengere Auflagen, die auch den Haushalt des Landes betreffen.

Interview «Helsingin Sanomat»