Brüssel fordert Berlin heraus - Neue Pläne für Bankenaufsicht

Straßburg/Brüssel (dpa) - Mit ihren Plänen für eine europäische Bankenunion fordert die EU-Kommission die Bundesregierung heraus. Trotz massiver Kritik aus Berlin hat die EU-Kommission am Mittwoch Pläne präsentiert, wonach die neue mächtige Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB) schon im Januar 2013 ihre Arbeit aufnehmen soll. Von Anfang 2014 an sollen dann alle 6000 Geldhäuser in den 17 Euro-Ländern - auch die deutschen Sparkassen und Volksbanken - der europäischen Kontrolle unterliegen. Die Aufsicht soll mit Geldbußen marode Banken auf den rechten Weg bringen - und Bankenkrisen und staatliche Rettungsaktionen auf Steuerzahlerkosten verhindern. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble begrüßte grundsätzlich den Vorschlag, mahnte aber erneut einen realistischen Zeitplan an.

Inflationsrate im August höher als erwartet: 2,1 Prozent =

Wiesbaden (dpa) - Der rasante Preisauftrieb bei Sprit und Heizöl hat die Inflation in Deutschland stärker in die Höhe getrieben als erwartet. Im August kletterte die Jahresteuerung in Deutschland von 1,7 Prozent im Vormonat auf 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. In einer ersten Schätzung Ende August waren die Statistiker von einem Anstieg der Inflationsrate um 2,0 Prozent ausgegangen. Binnen Monatsfrist legten die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent zu, ursprünglich hatten die Statistiker ein kleineres Plus von 0,3 Prozent errechnet.

Länder wollen Dispozinsen gesetzlich begrenzen =

Stuttgart/Hamburg (dpa) - In der Debatte um eine gesetzliche Obergrenze für Dispozinsen erhöhen Sozialdemokraten und Grüne den Druck auf die Bundesregierung. Die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg hat eine Bundesratsinitiative zur Zinsbegrenzung von Überziehungskrediten auf den Weg gebracht. «Banken geben günstige Zinsen, die ihnen von der Europäischen Zentralbank eingeräumt werden, nicht an die Verbraucher weiter», erklärte der Stuttgarter Minister für Finanzen und Wirtschaft, Nils Schmid (SPD), am Mittwoch. Sie profitierten vom derzeitigen System. Im Bundesrat soll die Initiative des Landes Baden-Württemberg am 21. September vorgestellt werden.

Insolvenzverwalter: Lage von Neckermann immer aussichtsloser =

Frankfurt/Main (dpa) - Dem insolventen Versandhändler Neckermann.de droht das endgültige Aus. Man werde alles dafür tun, um noch bis Ende September einen ernsthaften Investor zu finden. «Doch die Lage für das Unternehmen wird immer aussichtsloser», erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Kühne am Mittwoch in Frankfurt. Investoren kritisierten vor allem, dass nicht kostenbewusst gewirtschaftet worden sei. «In dieser immer aussichtsloseren Lage reduzieren sich damit die Chancen für die Weiterführung von Neckermann immer mehr», erklärt Kühnes Kollege Michael Frege. Das Traditionsunternehmen mit rund 2400 Mitarbeitern hatte Mitte Juli Insolvenzantrag gestellt.

P+S-Werftenpleite hat juristisches und politisches Nachspiel =

Schwerin/Rostock (dpa) - Die Insolvenz der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast beschäftigt in den kommenden Monaten die Justiz und das Landesparlament. Die Staatsanwaltschaftschaft Rostock ermittelt wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung gegen die ehemalige Geschäftsführung. Es gebe einen Anfangsverdacht, sagte die Sprecherin der Rostocker Staatsanwaltschaft, Maureen Wiechmann, am Mittwoch der dpa.

RWI senkt Konjunkturprognose - «Hohe Risiken durch Euro-Krise» =

Essen (dpa) - Deutschland gerät nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) immer stärker unter den Einfluss der Eurokrise. Das RWI senkte seine Prognose für die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes 2013 auf ein Prozent. Im Juni hatte das Institut noch zwei Prozent vorausgesagt. Grund sei vor allem die Verschlechterung des außenwirtschaftlichen Umfeldes durch die Staatsschuldenkrise. Dadurch habe sich die Konjunktur in den Sommermonaten deutlich eingetrübt, teilte das Institut am Mittwoch mit.

Talanx-Börsengang voraussichtlich schon Ende September =

Hannover/Frankfurt (dpa) - Bereits Ende September will der drittgrößte deutsche Versicherungskonzern Talanx nach Angaben aus Finanzkreisen seinen lange geplanten Sprung aufs Börsenparkett wagen. Die neuen Aktien könnten dann noch vor Mitte Oktober erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Talanx selbst wollte keine Stellungnahme zu dem Zeitplan abgeben: «Wir werden uns zu gegebener Zeit äußern», hieß es mit Blick auf die Vorbereitungen.

Deutsche Luftfahrt will bis 2025 zehn Prozent Biosprit beimischen =

Berlin (dpa) - Die deutsche Luftfahrt will bis zum Jahr 2025 dem herkömmlichen Flugbenzin rund zehn Prozent Biosprit beimischen. Das sagte der Präsident der nationalen Initiative zur Förderung alternativer Flugkraftstoffe (Aireg), Joachim Szodruch, am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse ILA in Schönefeld bei Berlin. Am Vortag hatten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und US-Botschafter Philip Murphy ein Regierungsabkommen abgeschlossen. Deutschland und die USA wollen demnach bei den Standards für die Herkunft der Rohstoffe, der Zulassung von Herstellungsverfahren und dem Ausbau der Rohstoffbasis stärker zusammenarbeiten.

Dax markiert neues 14-Monatshoch nach «Ja» zum ESM=

Der Dax hat am Mittwoch nach dem «Ja» des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm bei 7410 Punkten den höchsten Stand seit Juli 2011 erreicht. Am Nachmittag stand der Leitindex noch 0,63 Prozent höher bei 7356 Punkten. Für den MDax ging es am Mittwoch um 0,33 Prozent auf 11 221 Punkte hoch, der TecDax legte 0,53 Prozent auf 811 Punkte zu. Am Rentenmarkt stieg die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,30 (Vortag: 1,22) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,52 Prozent auf 133,28 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2896 (1,2787) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7754 (0,7820) Euro.