San Francisco (dpa) - Apple geht mit einem runderneuerten iPhone in die Offensive am Smartphone-Markt. Das iPhone 5 bekommt wie erwartet einen etwas größeren Bildschirm und ist deutlich dünner und leichter.

Es unterstützt auch in Deutschland den schnellen Datenfunk LTE, mit dem Download-Geschwindigkeiten bis 100 MBit pro Sekunde möglich sind - 100 Mal schneller als bei der einfachsten DSL-Leitung im Festnetz.

Mit 112 Gramm ist das iPhone 5 um ein Fünftel leichter als das Vorgängermodell und mit 7,6 Millimetern um 18 Prozent dünner. Der Bildschirm hat jetzt eine Diagonale von 4 Zoll (10,16 cm) und ein Seitenverhältnis von 16:9 wie bei einem Flachbildfernseher. Mit dieser Größe könne man das iPhone immer noch bequem mit einer Hand bedienen, sagte Apple-Marketingchef Phil Schiller bei der Vorstellung in San Francisco am Mittwoch. Bisher betrug die Diagonale 3,5 Zoll (8,9 cm).

Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt, das den einstigen Nischen-Anbieter zum wertvollsten Unternehmen der Welt mit Bargeldreserven von fast 120 Milliarden Dollar gemacht hat. Es ist das erste neue iPhone seit dem Tod des legendären Apple-Gründers Steve Jobs im vergangenen Oktober.

Der von Tim Cook geführte Konzern steht im Smartphone-Markt immer stärkerer Konkurrenz gegenüber. Marktführer ist Samsung mit seiner Vielzahl an Computer-Handys in verschiedenen Preisklassen. Im Herbst will zudem der einstige Branchenprimus Nokia ein Comeback mit dem neuen Betriebssystem Windows Phone 8 von Microsoft versuchen.

Apple muss die Nutzer mit dem iPhone 5 unbedingt überzeugen, wenn es seine Position halten will. In den vergangenen Monaten ging der Absatz bisheriger Modelle merklich zurück, weil Kunden auf die nächste Generation warteten. Und im Smartphone-Markt mangelt es nicht an Alternativen wie Samsungs Galaxy S3. Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android machen mehr als die Hälfte des Marktes aus. Apple kam zuletzt laut Marktforschern auf rund 17 Prozent. Zugleich ist es bei Smartphones deutlich schwieriger als im Geschäft mit einfachen Handys, die Nutzer zum Wechsel zwischen verschiedenen Plattformen zu bringen, allein schon weil sie Geld in Apps investieren.

Vorstandschef Tim Cook betonte zum Start der Präsentation die Stärken von Apple wie die 17 Millionen abgesetzten iPad-Tablets im vergangenen Quartal. «Wir haben mehr iPads verkauft als jeder PC-Hersteller von seiner gesamten Modellpalette. Es seien zwar mehrere hundert Konkurrenz-Tablets auf den Markt gekommen, aber den Internet-Verkehr von Tablets aus dominiere das iPad mit einem Anteil von 91 Prozent. Die andereren Geräte «müssen in Lagerhäusern, Ladenregalen oder in Schubladen stecken». Das neue Mac-Betriebssystem Mountain Lion wurde von sieben Millionen Nutzern heruntergeladen. Apple hat inzwischen 380 eigene Stores in rund einem Dutzend Länder. Im vergangenen Jahr wurden sie nach Angaben Cooks von 83 Millionen Menschen besucht.