Washington/Kairo (dpa) - Vor der US-Botschaft in Kairo haben erneut Hunderte aufgebrachte Muslime demonstriert. Wie der TV-Sender CNN weiter in der Nacht berichtete, gab es Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten.

Die Protestierenden hätten Steine und Brandsätze geworfen, als die Polizei versucht habe, die Menge mit Tränengas auseinanderzutreiben. Die Polizei habe auch Warnschüsse abgegeben, um die Demonstranten vom Botschaftsgebäude fernzuhalten, berichtete der Sender unter Berufung auf Augenzeugen. Ein Sprecher des ägyptischen Innenministeriums sagte laut CNN, sechs Polizisten seien leicht verletzt worden. Auch einige Demonstranten seien medizinisch behandelt worden. Den Sicherheitskräften sei es gelungen, die Protestierenden von der Botschaft weg Richtung Tahrir-Platz zu drängen. Zwei Polizeifahrzeuge und ein Auto seien in Brand gesteckt worden.

Die Online-Ausgabe der ägyptischen Zeitung «Al Ahram» schrieb von etwa 200 Demonstranten. Die Auseinandersetzungen hätten am späten Mittwochabend begonnen und bis zum frühen Donnerstag gedauert.

Am Dienstag hatten Demonstranten in Kairo versucht, in die US-Botschaft einzudringen. Als Auslöser gilt ein in den USA produzierter Filmtrailer, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi wurden der US-Botschafter und drei weitere Amerikaner getötet. Auch in Tunesien protestierten Menschen vor dem US-amerikanischen Botschaftsgebäude.

CNN-Bericht

Bericht Al-Ahram