Berlin (dpa) - Den Patienten in Deutschland drohen in den kommenden Wochen bundesweite Praxisschließungen. Rund 75 Prozent der niedergelassenen Ärzte, die an einer Umfrage von Ärzteverbänden teilnahmen, votierten aus Protest gegen die Krankenkassen dafür.

An der Abstimmung beteiligten sich nach Angaben der Verbände vom Donnerstag 49 Prozent der 103 000 Mitglieder von rund 30 ärztlichen Berufsverbänden.

«Sie erleben zur Zeit die größten Ärzteproteste seit 2006», sagte der Sprecher der Allianz der Verbände, Dirk Heinrich. Noch könnten Praxisschließungen aber abgewendet werden, wenn die nächste Verhandlungsrunde über das Ärztehonorar an diesem Samstag doch ein als ausreichend angesehenes Honorar bringe. «Die Krankenkassen haben den Schlüssel in der Hand, Praxisschließungen zu verhindern, dazu braucht es nur einen guten und fairen Abschluss am Samstag.» Am Montag wollen die Ärzte das Verhandlungsergebnis für die rund 150 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bewerten.

Zur Praxisschließung könne kein Arzt gezwungen werden. Doch geht Heinrich von einer massiven Teilnahme aus. Auch Privatpatienten würden vor verschlossenen Türen stehen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, sagte: «Wenn es zu Praxisschließungen kommt, wird es unsere Aufgabe sein, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst die Akutversorgung und die Notfallversorgung sicherzustellen.»

KVen-Brief an die Ärzte

Pressemitteilung Hartmannbund

Protestpläne Ärzteverbände

Urabstimmung Hartmannbund

Stellungnahme Montgomery

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