Große Vorbehalte in Bundesregierung gegen EADS/BAE-Fusion

Berlin (dpa) - In der Bundesregierung gibt es erhebliche Vorbehalte gegen die Fusionspläne zwischen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und der britischen BAE Systems. «Es ist fraglich, ob der Konstruktionsvorschlag überhaupt zustimmungsfähig ist», erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Ob ein solcher Weg von Deutschland beschritten werden könne, müsse ergebnisoffen geprüft werden. Die Bundesregierung werde sich eng mit der französischen Regierung abstimmen.

Neue Konjunkturmaßnahmen der US-Notenbank erwartet

Washington (dpa) - Schwache Wirtschaftsdaten und eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit lassen die US-Notenbank nach Expertenmeinung zu einer weiteren Konjunkturspritze greifen. Bereits nach der heute Abend (Donnerstag/1830 MESZ) endenden Zinssitzung könnte die Federal Reserve (Fed) eine dritte Runde von Anleihekäufen ankündigen, hieß es in US-Medienberichten. Ökonomen zufolge wird die Zentralbank vermutlich auch beschließen, den Leitzins bis 2015 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent zu halten. Bislang hatte die Fed versichert, den seit 2008 geltenden Minizins bis Ende 2014 bestehenzulassen.

Wirtschaftsforschungsinstitute senken Konjunkturprognose

Kiel/Halle (dpa) - Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verliert an Dynamik. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) reduzierte am Donnerstag seine Wachstumserwartung für das laufende Jahr von 0,9 auf 0,8 Prozent und für das kommende Jahr von 1,7 auf 1,1 Prozent. Ursache für die abgeschwächte Prognose sei vor allem die abwartende Haltung der Unternehmen bei den Investitionen. Sie werde genährt durch die Unsicherheit über die ungelösten Schuldenkrisen sowie die unklare zukünftige Wirtschaftspolitik im EU-Währungsgebiet.

Keine Überraschungen beim iPhone 5 - Telekom exklusiv mit LTE

San Francisco (dpa) - Apple setzt bei seinem neuen iPhone auf Evolution statt Revolution. Das iPhone 5 bekam wie erwartet einen etwas größeren Bildschirm und ist deutlich dünner und leichter geworden. Große technologische Sprünge blieben diesmal aber aus. Zugleich bescherte Apple mit der Wahl der Frequenz für den schnellen LTE-Datenfunk dem langjährigen Partner Deutsche Telekom eine Ausnahmestellung in Deutschland.

EU-Gutachten stärkt Rechte von Gas-Kunden - RWE: Klauseln überholt

Luxemburg/Essen (dpa) - In einem Rechtsstreit mit dem Essener Energiekonzern RWE um Preiserhöhungen bei Gas haben Kunden vor Gericht gute Chancen. Eine Gutachterin am Europäischen Gerichtshof (EuGH) empfahl am Donnerstag, strittige Preisänderungsklauseln in Gasverträgen für Sonderkunden zu verwerfen (Rechtssache C-92/11). Die Klauseln, nach denen Lieferanten unter bestimmten Umständen die Preise einseitig ändern können, seien intransparent und benachteiligten die Kunden.

Netzbetreiber wollen vor Gericht höhere Gewinne durchsetzen

Düsseldorf (dpa) - Den Strom- und Gasverbrauchern in Deutschland droht ein weiterer Preisschub. Elf Strom- und Gasnetzbetreiber wollen vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht höhere Gewinne durchsetzen. Sie halten die Rendite, die ihnen beim staatlich festgelegten Netzentgelt zugestanden wird, für zu gering. Höhere Profite würden letztlich die Strom- und Gaspreise in die Höhe treiben. Derzeit wird das eingesetzte Eigenkapital der Betreiber mit 9,3 Prozent für Neuanlagen und 7,6 Prozent für Altanlagen verzinst. Diese Renditen hatte ihnen die Bundesnetzagentur zugestanden. Die Unternehmen fordern mehr als 11 Prozent.

Talanx behält trotz Rückziehers späteren Börsengang im Blick

Hannover/Frankfurt (dpa) - Auch nach der überraschenden Absage ihres für diesen Herbst angekündigten Börsengangs will Deutschlands drittgrößte Versicherungsgruppe Talanx das Projekt nicht an den Nagel hängen. «Wir haben für die nächsten sechs Monate keine Pläne in der Schublade. Klar ist aber auch: Wir haben den Weg an die Börse nicht ad acta gelegt», sagte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Wann es so weit sein könnte, lasse sich nach dem Rückzieher vom Mittwochabend noch nicht genau benennen.

Leichte Verluste für deutsche Aktien

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Händlern zufolge richteten sich die Augen auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank nach Börsenschluss und zuvor zögen sich einige Anleger zurück. Der Dax bröckelte am Nachmittag um 0,34 Prozent auf 7319 Punkte ab. Am Vortag hatte der Leitindex nach dem «Ja, aber» des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm ESM bei 7410 Punkten ein neues 14-Monatshoch markiert. Für den MDax ging es zuletzt um 1,29 Prozent auf 11 039 Punkte abwärts, der TecDax fiel um 0,55 Prozent auf 807 Punkte.