München (dpa) - Ein Rechtsstreit um das Millionenerbe von Elvis Presley ist am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München in die nächste Runde gegangen. Die Firma Elvis Presley Enterprises, die den Nachlass des Musikers verwaltet, hatte die Plattenfirma Arista Music verklagt, die heute zu Sony gehört.

Sie will Nachzahlungen für die Verwertungsrechte von Liedern wie «Heartbreak Hotel», «Jailhouse Rock» oder «Hound Dog» in Deutschland erstreiten. Es geht um eine Millionensumme.

Hintergrund ist folgender: Am 28. Februar 1973 verkaufte Elvis die Rechte an mehr als 1000 bis dahin aufgenommenen Songs an seine Plattenfirma RCA Records - für eine Einmalzahlung von damals 5,4 Millionen Dollar. Nach Angaben des britischen Prozesskostenfinanzierers Calunius bekam Elvis für die Rechte in Deutschland eine Pauschal-Lizenz pro Song und Jahr in Höhe von etwa 10 bis 15 Dollar. Das war viel zu wenig, meinen die Rechtsnachfolger heute und fordern nun Nachzahlungen in Millionenhöhe.

Im November vergangenen Jahres waren sie mit ihren Forderungen vor dem Landgericht München gescheitert. Elvis Presley Enterprises kündigte unmittelbar nach dem Urteil an, zur Not werde man auch bis vor den Bundesgerichtshof ziehen. Ob noch am Donnerstag eine Entscheidung des Oberlandesgerichtes ergehen würde, war nach Angaben eines Sprechers zunächst unklar.