Paris (dpa) - Die Fusionspläne zwischen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und der britischen BAE Systems haben noch nicht die Zustimmung des französischen EADS-Großaktionärs Arnaud Lagardère.

Bevor die Lagardère-Gruppe grünes Licht gebe, müssten alle möglichen Konsequenzen geprüft werden, ließ der Unternehmer und EADS-Chefkontrolleur am Donnerstag mitteilen. Das Projekt sei dem EADS-Verwaltungsrat noch nicht vorgelegt worden.

Der Chef der größten EADS-Tochter Airbus, Fabrice Brégier, begrüßte dagegen die Perspektive einer solchen Fusion. Sie würde Airbus zum Teil einer insgesamt gestärkten Gruppe machen. Die täglichen Arbeitsabläufe des europäischen Flugzeugbauers blieben dadurch aber unberührt, meint Brégier in einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden internen Schreiben an die Belegschaft. Weder an der Organisation noch den Strategien oder Produktionsplänen von Airbus dürfte sich dadurch etwas ändern, betonte Brégier.

EADS und BAE Systems hatten am Vorabend bestätigt, über einen Zusammenschluss zu verhandeln. Dabei würde ein neuer europäischer Rüstungsgigant entstehen, der den US-amerikanischen Rivalen Boeing beim Umsatz nicht nur überholen, sondern sogar deutlich abhängen würde. Laut BAE würde EADS 60 Prozent der Anteile erhalten. Geplant ist, dass die französische, deutsche und britische Regierung jeweils Sonderaktien erhalten, um ihre Interessen in dem sensiblen Rüstungsbereich zu wahren.