Wiesbaden (dpa) - Die Gefahr zu verarmen ist im Norden Deutschlands am größten. Am höchsten war sie 2011 in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern: Dort waren 22,3 beziehungsweise 22,2 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet.

Das berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Laut EU-Definition gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Das waren 2011 laut Mikrozensus in Deutschland Einpersonen-Haushalte mit weniger als 848 Euro.

«Die Armutsgefährdung der Menschen lag im Jahr 2011 in den meisten Bundesländern über dem Niveau des Jahres 2010», berichten die Statistiker. «Auch im Ost- und Westvergleich gibt es weiterhin deutliche Unterschiede bei den Armutsgefährdungsquoten.» Hatten im Jahr 2011 im früheren Bundesgebiet ohne Berlin 14 Prozent der Bevölkerung ein erhöhtes Armutsrisiko, waren in den neuen Ländern und in Berlin 19,5 Prozent der Menschen armutsgefährdet.

In Mecklenburg-Vorpommern ging die Quote um 0,2 Prozentpunkte leicht zurück, und auch Thüringen konnte einen Rückgang um 0,9 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent erreichen. «Beide Länder haben damit den kontinuierlichen Rückgang der letzten Jahre fortgesetzt», heißt es im Statistik-Bericht. In Berlin hingegen stieg die Armutsgefährdungsquote um 1,9 Prozentpunkte auf 21,1 Prozent, in Nordrhein-Westfalen um 1,2 Prozentpunkte auf 16,6 Prozent. In beiden Ländern nimmt laut Destatis die Armutsgefährdung seit Jahren zu.

Destatis-Mitteilung