Brüssel/Berlin (dpa) - Die Pläne für eine gemeinsame europäische Einlagensicherung sorgen bei Kritikern für Entsetzen. Es sei nicht hinnehmbar, dass sich der geplante Sanierungsfonds für marode Banken aus dem Geld der Einlagensicherung bedienen könne.

Das wäre «ein dreister Griff in die Kassen zulasten solider Sparer und zugunsten windiger Finanzjongleure», sagte der europapolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Thomas Silberhorn, der dpa. Die Einlagensicherung solle in der Verantwortung der Mitgliedstaaten bleiben, forderte er.

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene zentralisierte Bankenaufsicht im Euroraum bezeichnete er als «weder nötig noch sinnvoll». Die europäische Aufsicht müsse auf systemrelevante Finanzinstitute beschränkt werden. Kleine und vor allem national oder regional agierende Banken seien dagegen besonders krisenresistent und dürften nicht mit den Großbanken über einen Kamm geschoren werden.

Nach dem Willen der EU-Kommission soll die Europäische Zentralbank EZB künftig mehr als 6000 Banken in den Euroländern zentral kontrollieren. Zudem schlägt die Kommission eine gemeinsame Absicherung der Kundeneinlagen in Europa vor.