Hannover (SID) - Hannover 96 bleibt in der Fußball-Bundesliga die Nummer eins im Norden. Dank eines Last-Minute-Geniestreichs des überragenden Szabolcs Huszti (90.+3) besiegte 96 am 3. Spieltag Werder Bremen in einem turbulenten Derby 3:2 (2:1). Der Ungar Huszti, der bereits das 1:0 (6.) erzielt und das 2:0 (10.) von Leon Andreasen vorbereitet hatte, sah nach dem Siegtreffer noch die Gelb-Rote Karte. Er hatte seinen spektakulären Fallrückzieher zu intensiv bejubelt. Für Bremen hatten Aaron Hunt (26., Elfmeter) und Kevin de Bruyne (76.) getroffen.

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Maschsee kamen die Hanseaten erst nach dem Anschlusstor besser in die Partie. Bis dahin hatten die "Roten" wenig Mühe gehabt, die zaghaften Bremer Attacken schon deutlich vor dem eigenen Strafraum abzufangen. In der 35. Minute verhinderte 96-Torhüter Ron-Robert Zieler mit einem Reflex einen zweiten Treffer von Hunt.

Nach dem Seitenwechsel beschränkte sich die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka weitgehend darauf, den Vorsprung zu halten und konzentrierte sich auf eine stabile Defensivarbeit. Für die Bremer gab es zunächst kein Durchkommen. Ein Schrägschuss von Marko Arnautovic (51.) strich am linken Torpfosten vorbei.

In der Schlussphase versuchte Werder-Coach Thomas Schaaf noch einen neuen Impuls zu setzen. Für den unauffälligen Nils Petersen wechselte er als neue Sturmspitze in der 70. Minute Joseph Akpala ein. Der Nigerianer kam damit zu seinem Bundesliga-Debüt. Vier Minuten später fiel der Ausgleich, im Anschluss drängte Werder sogar auf den Sieg. Doch der entscheidende Schlag gelang 96.

Neben Huszti verdiente sich bei den ohne drei verletzte Stammspieler angetretenen Hannoveranern Außenverteidiger Konstantin Rausch eine gute Note. Beste Bremer Akteure waren Torschütze Hunt sowie Mannschaftskapitän Clemens Fritz.