Washington/Kabul (dpa) - Afghanische Aufständische haben das Militärlager angegriffen, in dem der englische Prinz Harry seinen Dienst tut, und zwei Soldaten getötet.

Taliban-Sprecher Kari Jusuf Ahmadi nannte den Angriff eine Rache für das in den USA hergestellte Schmähvideo über den Propheten Mohammed. Prinz Harry sei unverletzt geblieben, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Das von Truppen mehrerer Länder genutzte Militärlager liegt in der Provinz Helmand im Süden des Landes. Die Taliban attackierten in der Nacht zum Samstag den amerikanischen Teil Camp Leatherneck mit Panzerfäusten, Granaten und leichten Waffen.

Ein Sprecher der internationalen Schutztruppe Isaf erklärte, dabei seien zwei Isaf-Soldaten und 18 Angreifer getötet worden. Der US-Sender Fox News sprach zudem von mehreren verwundeten US-Soldaten. Die Angreifer hätten Gebäude, einen Hangar und mehrere Flugzeuge beschädigt. Dagegen erklärten der Taliban-Sprecher, die Mudschaheddin hätten «Dutzende Amerikaner und andere ausländische Invasoren getötet und mehrere Fahrzeuge und Hubschrauber beschädigt».

Prinz Harry war dem PA-Bericht zufolge am Freitag vor einer Woche in Camp Bastion, dem britischen Teil des Lagers, eingetroffen. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe er sich mit anderen Mitgliedern seiner Einheit mit Kampfhubschraubern des Typs Apache rund zwei Kilometer entfernt aufgehalten..

Die britischen Sicherheitsbehörden glauben nicht an einen gezielten Angriff auf Prinz Harry. Die Aufständischen seien bei ihrem Angriff auf das Militärlager in Afghanistan nicht annähernd in die Nähe von Harry gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Quellen im Londoner Verteidigungsministerium.

«Nachdem sie gesagt haben, der Angriff sei die Rache für das Islam-Video, war es vollkommen vorhersehbar, dass die Taliban jetzt ihren Haltung geändert haben und sagen, es habe Captain Wales gegolten», zitierte die britische Agentur die Ministeriumsquelle weiter.

Prinz Harry, der am Samstag seinen 28. Geburtstag feierte, dient seit einer Woche als Co-Pilot eines Apache-Kampfhubschraubers in Afghanistan. Sein erster Einsatz am Hindukusch im Jahr 2008 hatte aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden müssen, nachdem die Presse darüber berichtet hatte. Diesmal gelten die Einsätze in dem gepanzerten Hubschrauber nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums als weitgehend sicher.