Herzogenaurach (dpa) - Der Sportartikelhersteller Adidas hat die Spitze seiner schwächelnden US-Tochter Reebok umgebaut. Uli Becker sei nicht mehr für die Gesamtmarke verantwortlich, sondern nur noch für das Geschäft in den USA, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag.

«Wir haben jetzt die Organisation angeglichen an die Organisation der Marke Adidas.» Die Entwicklung der Marke übernehme künftig Marketingchef Matt O'Toole, der nicht mehr an Becker, sondern direkt an Adidas-Vorstand Erich Stamminger berichte.

Ende April hatte der Konzern mit weltweit knapp 47 000 Mitarbeitern frühere Unregelmäßigkeiten bei Reebok-Läden in Indien bekanntgegeben. Zudem fehlen Reebok die Einnahmen aus dem Sponsorenvertrag mit der US-amerikanischen National Football League (NFL). Die NFL-Teams werden jetzt von Konkurrent Nike ausgerüstet. Der Reebok-Umsatz sank im zweiten Quartal währungsbereinigt um mehr als ein Viertel. Die Adidas-Erlöse legten im zweiten Quartal angekurbelt von Trikotverkäufen während der EM um knapp 15 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss soll 2012 auf einen Rekordwert von 770 bis 785 Millionen Euro steigen.

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