Berlin (dpa) - Der in der V-Mann-Affäre unter Druck geratene Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) will eine Debatte um seine Person verhindern.

«Es geht doch gar nicht um mich persönlich. Es geht mir darum, dass wir Licht ins Dunkel dieser Angelegenheit bringen», sagte Henkel im ZDF-Morgenmagazin auf die Frage, ob er einen Rücktritt in Erwägung ziehe.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Dienstag Henkels Darstellung im Innenausschuss des Abgeordnetenhaus bezüglich der Kontakte eines V-Manns der Berliner Polizei zu den NSU-Terroristen zurückgewiesen. Es sei nicht richtig, dass die Karlsruher Behörde darum gebeten habe, den NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags zunächst nicht über die Erkenntnisse zum V-Mann zu informieren. Henkel sagte dazu im ZDF: «Ich habe mich darauf bezogen, was mir meine Polizeispitze gesagt hat.» Es sei darum gegangen, das laufende Ermittlungsverfahren und das Leben des V-Mannes nicht zu gefährden.

Die SPD-Obfrau im Untersuchungsausschuss, Eva Högl, fordert Auskunft über das konkrete Verhalten der Bundesanwaltschaft im Fall des früheren Berliner V-Mannes. Sie habe schriftlich in Karlsruhe angefragt, ob Absprachen mit Berlin getroffen worden seien und hoffe auf eine rasche Antwort, sagte sie am Mittwoch im Inforadio des RBB.

Högl bestätigte, dass der Untersuchungsausschuss am Dienstag die vom Land Berlin erbetenen Akten erhalten habe. Nunmehr müsse geprüft werden, wie mit den Hinweisen des V-Mannes im Februar 2002 auf die Zwickauer Terrorgruppe umgegangen wurde. An diesem Mittwoch wird sich auch der Verfassungsschutz-Ausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses mit der Affäre beschäftigen.

Webseite des Innenausschusses

1. Mitteilung Henkels zu NSU-Affäre

2. Mitteilung Henkels zu NSU-Affäre