Düsseldorf (dpa) - Max Eberl nimmt die Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach in die Pflicht. Die Premiere in der Europa League bei AEL Limassol ist für den Borussia-Sportdirektor nur auf dem Papier die leichteste Aufgabe in der Gruppe C.

«Es gibt keine Mannschaft mehr, die zufällig in diesen Wettbewerb gekommen ist. Wir nehmen dieses Spiel extrem ernst», sagte Eberl vor dem Flug von Düsseldorf nach Zypern. Eberl: «Das wird eine große Herausforderung.»

Eberl bringt die Prämissen vor der Begegnung am Donnerstag im GSP-Stadion von Nikosia auf einen simplen Nenner: «Das ist relativ einfach - gewinnen zu wollen.» Ein Erfolg bei Zyperns Meister brächte bei einer Antrittsprämie von 1,3 Millionen Euro nicht nur zusätzliche 200 000 Euro ein, sondern böte dem mit mehr als 30 Millionen Euro verstärkten Team von Trainer Lucien Favre auch eine perfekte Basis für die weiteren Aufgaben gegen Frankreichs Ligapokal-Gewinner Olympique Marseille und Fenerbahce Istanbul.

Nach dem Playoff-Aus für die Champions League gegen Dynamo Kiew (1:3/2:1) und dem 2:3 in der Bundesliga gegen Nürnberg verlangt Eberl in Nikosia höchste Aufmerksamkeit: «Wir können gar nicht lange an die Niederlage zurückdenken, sondern müssen uns sofort wieder hundertprozentig auf das nächste Spiel konzentrieren.» Eberl hat Respekt vor den Zyprern: «Keiner darf glauben, nur ein Prozent nachlassen zu dürfen. Das weiß die Mannschaft, sie ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst.»

Eberl nannte der Nachrichtenagentur dpa APOEL Nikosia als Beispiel für die gewachsene Qualität des Fußballs auf Zypern: «Die sind in der vergangenen Champions-League-Saison erst im Viertelfinale an Real Madrid gescheitert.» Favre hält ebenfalls große Stücke auf den Premierengegner, der 2012 nach einer Durststrecke von 44 Jahren erstmals wieder den nationalen Titel gewann - zum sechsten Mal. Favre ordnet Limassol auch wegen seiner zahlreichen Profis aus Brasilien und Portugal für «sehr engagiert und physisch sehr stark» ein.

In der Champions-League-Qualifikation scheiterte AEL nach zwei vorangegangenen 1:0-Siegen gegen Partizan Belgrad wie die Borussia erst in den Playoffs am RSC Anderlecht (2:1/0:2). «Das ist eine gute Mannschaft», meinte Borussia-Kapitän Filip Daems anerkennend. Deshalb dürfe sich der deutsche Tabellenneunte auch nicht die Fehler erlauben, die gegen Nürnberg zur ersten Bundesliga-Heimniederlage nach fast sechs Monaten führten.

Limassol, wo früher der deutsche Profi Thomas Epp und der deutsche Trainer Diethelm Ferner tätig waren, nimmt in der Landesmeisterschaft nach 3:1-Siegen gegen Alki Larnaka und Doxa Katokopias bei sechs Zählern punktgleich mit Tabellenführer APOEL Nikosia Platz zwei ein. «Wir sind nicht so vermessen zu sagen, dass wir der ganz große Favorit sind», meinte Eberl.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

AEL Limassol: Degra - Marcos Airosa, Ouon, Dosa Júnior, Carlitos - Nikolaou, Dédé - Monteiro, Rui Miguel, Edmar - Vouho

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Xhaka - Herrmann, Arango - de Jong, Cigerci

Schiedsrichter: Duarte Gomes (Portugal)