Frankfurt/Main (dpa) - Wegen anhaltender Sorgen um die globale Wirtschaftsentwicklung hat der Dax am Donnerstag seine Vortagsgewinne fast wieder komplett eingebüßt.

Der deutsche Leitindex gab bis zum Nachmittag um 0,49 Prozent auf 7354 Punkte nach. Als Belastung wurde am Markt vor allem auf schwache Konjunktursignale aus Asien verwiesen, wobei auch europäische Einkaufsmanagerindizes eine eher negative Tendenz zeigten. Der MDax lag mit 0,17 Prozent im Minus bei 11 104 Punkten. Der TecDax verlor 0,38 Prozent auf 809 Punkte.

Für Marktanalyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke hat sich vor allem China belastend ausgewirkt. Dort hatten Umfragen unter Einkaufsmanagern darauf hingedeutet, dass die Produktion im September den elften Monat in Folge sinken wird. Hinzu kamen schwache japanische Exporte und die deutlich eingetrübte Stimmung französischer Einkaufsmanager, gleichwohl sie sich in Deutschland verbesserte. Obendrein waren die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. «Der Zug ist vorerst abgefahren», sagte Geilfuß und verwies auf Gewinnmitnahmen, nachdem der Dax zuletzt deutlich von der weltweit lockeren Geldpolitik profitiert hatte.

Im Dax stiegen die Lufthansa-Aktien um 1,44 Prozent auf 10,935 Euro. Zuvor hatten sie bei knapp über 11 Euro ihren höchsten Stand seit Februar erreicht. Die Fluggesellschaft will zum Jahreswechsel ihre umstrittenen Pläne für eine konzerninterne Billigfluglinie durchziehen. Daimler dagegen büßten 3,22 Prozent auf 38,755 Euro ein, nachdem der Stuttgarter Autobauer wegen der schwächelnden Autokonjunktur in seiner Autosparte mit einem operativen Gewinnrückgang rechnet. Schlusslicht im Dax waren jedoch die Commerzbank-Aktien, die um 5,37 Prozent absackten.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,30 Prozent am Vortag auf 1,26 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 133,65 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,45 Prozent auf 140,14 Punkte. Der Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2954 (Mittwoch: 1,3002) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7720 (0,7691) Euro.