Berlin (dpa) - Die Unterstützer einer gesetzlichen Frauenquote von SPD und CDU aus den Ländern hoffen auf einen Meinungswechsel im Bundestag.

«Es gibt ja sehr viele, die sich schon öffentlich erklärt haben, dass sie das eigentlich richtig finden. Die müssen sich nur trauen, wenn es zur Abstimmung geht», sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im ZDF-«Morgenmagazin» zu dem Plan, eine Frauenquote für die Kontrollgremien von Dax-Konzernen einzuführen.

Es gehe darum, eine Initialzündung zu geben und die Quote in den Bundestag zu tragen, unterstützte ihn Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. «Ich denke, dass der Meinungsbildungsprozess noch am Laufen ist», sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Er sei dafür, das Thema «aus den parteipolitischen Schützengräben herauszuholen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren».

Eine Initiative des Bundeslandes Hamburg für eine Quote von 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten von Dax-Unternehmen wird am (heutigen) Freitag im Bundesrat voraussichtlich eine Mehrheit bekommen. Im Bundestag droht sie jedoch zu scheitern. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberg (FDP) und CSU-Chef Horst Seehofer haben dem Vorhaben eine klare Absage erteilt. SPD, Grüne und Linke dagegen wollen die Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte in Top-Unternehmen. Teile der CDU sind zwar auch dafür. Doch es gilt die Koalitionsräson, wenn FDP und CSU bei ihrem Nein bleiben.

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