Islamabad (dpa) - Trotz schärfster Sicherheitsvorkehrungen ist ein Mensch bei den Protesten gegen das islamfeindliche Video aus den USA und die Mohammed-Karikaturen eines französischen Satireblatts getötet worden.

In Pakistan sei in der Provinzhauptstadt Peshawar der Fahrer eines Fernsehteams gestorben, als auf das Auto geschossen wurde, teilte ein Sprecher des Senders ARY News mit. Die US-Regierung versuchte, im pakistanischen Fernsehen den Spannungen entgegenzuwirken.

Der ARY-Reporter war nach Angaben des Senders mit Kollegen auf dem Weg zu einem Kino gewesen, das zuvor von Demonstranten in Brand gesteckt worden war. Aus Angst vor Unruhen kündigte die Polizei eine vollständige Abriegelung der pakistanischen Hauptstadt Islamabad an. Die Verkehrspolizei werde die Einfallstraßen in die Stadt nach den Freitagsgebeten sperren, berichtete der staatliche Sender Radio Pakistan auf seiner Homepage.

Premierminister Raja Pervez Ashraf hatte den Freitag zuvor zum landesweiten Feiertag zu Ehren des Propheten Mohammed erklärt. Zahlreiche politische und religiöse Gruppen hatten daraufhin zu Protesten nach den Freitagsgebeten aufgerufen. Der Film aus den USA, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, sei die «schlimmste Art von Bigotterie», sagte Ashraf. Das habe nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Gleichzeitig forderte er die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen dazu auf, Wege zu finden, um Äußerungen zu verbieten, die «Hass schüren und die Saat der Zwietracht säen».

Am Donnerstag hatte das Weiße Haus den tödlichen Anschlag auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi in der Vorwoche erstmals als Terrorismus bezeichnet. Es sei offensichtlich, dass die Tötung des amerikanischen Botschafters Chris Stevens bei antiamerikanischen Protesten auf das Konto von Terroristen gehe, sagte Regierungssprecher Jay Carney.

Transkript Ministeriumssprecherin

Al-Jazeera-Bericht mit Ausschnitten des Videos