Islamabad (dpa) - Bei den Protesten gegen ein islamfeindliches Mohammed-Video in Pakistan hat es einen Toten gegeben. In der Provinzhauptstadt Peshawar im Nordwesten des Landes starb der Fahrer eines Fernsehteams, als auf das Auto geschossen wurde, wie ein Sprecher des Senders ARY News mitteilte.

Die Reporter seien auf dem Weg zu einem Kino gewesen, dass zuvor von Demonstranten in Brand gesteckt worden sei. In ganz Pakistan haben politische und religiöse Gruppen zu Protesten nach den Freitagsgebeten aufgerufen.

Aus Angst vor befürchteten Unruhen will die Polizei die pakistanische Hauptstadt Islamabad abriegeln. Die Verkehrspolizei werde die Einfallstraßen in die Stadt nach den Freitagsgebeten sperren, berichtete der staatliche Sender Radio Pakistan auf seiner Homepage. Premierminister Raja Pervez Ashraf hatte den Freitag zuvor zum landesweiten Feiertag zu Ehren des Propheten Mohammed erklärt.

Im muslimischen Malaysia protestierten mehrere tausend Menschen friedlich gegen das Mohammed-Video. Regierungschef Najib Razak bezeichnete das Video als «tief verletzend», rief seine Landsleute aber auf, Ruhe zu bewahren und dafür zu sorgen, dass die Proteste nicht in Gewalt ausarten. «Mehr als je zuvor muss jeder von uns dazu beitragen, dass wir uns alle um mehr Respekt, Toleranz und gegenseitiges Verständnis bemühen, um in Harmonie leben zu können», sagte er.

Nach Polizeischätzungen waren etwa 5000 Menschen vor der US-Botschaft und einer nahe gelegenen Moschee aufgezogen. Die Botschaft war in Erwartung der Proteste am Morgen geschlossen worden.

In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, war die Polizei nach tagelangen Protestaktionen mit Wasserwerfern vor der US-Botschaft aufgefahren. Dort sammelten sich aber nur wenige Dutzend Demonstranten, berichteten Beobachter. Vor der US-Botschaft in Bangkok kamen neun Studenten zu einem friedlichen Protest zusammen.