Berlin (dpa) - Vor der Aussage der Kanzlerin im Gorleben-Untersuchungsausschuss haben die Grünen Angela Merkel vorgeworfen, als Umweltministerin in den 90er Jahren bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager Alternativen ignoriert zu haben.

«Man wollte an Gorleben festhalten, um das Ganze so schnell wie möglich und auch so billig wie möglich zu beenden», sagte die Grünen-Obfrau im Ausschuss, Sylvia Kotting-Uhl, im ARD-«Morgenmagazin». Um 10.00 Uhr beginnt die Zeugenvernehmung Merkels in dem Bundestagsgremium.

«Frau Merkel muss sich heute verantworten», betonte die Grünen-Politikerin. Eine politische Einflussnahme nachzuweisen, sei jedoch schwierig, weil die früheren Entscheidungsphasen schon sehr lange zurücklägen.

Mit der Befragung der Kanzlerin endet die Zeugenvernehmung des seit 2010 tagenden Ausschusses. Er befasst sich mit der Frage, ob besonders CDU-Regierungen Einfluss genommen haben, um Gorleben trotz aller Eignungszweifel als Endlager für hoch radioaktive Abfälle durchzudrücken.