Valencia (dpa) - Trotz der fehlenden Erfolge von Michael Schumacher bei Mercedes will Motorsportchef Norbert Haug das ehrgeizige Projekt nicht als gescheitert bewerten.

«Nein. Mit einem Siegerauto hätte Michael gewonnen», sagte Haug am Sonntag in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. «Durchgängig waren unsere Leistungen bisher nicht gut genug», gab Haug zu, nachdem in den 52 Rennen seit der Rückkehr des Werksteams in die Formel 1 nur ein Sieg gelungen war.

Haug verwies darauf, dass es sich um einen jungen Rennstall handle: «In drei Jahren ein Auto zu bauen, dass immer auf oberstem Niveau ist, gelang selten einem Team.» Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben: Mercedes übernahm vor rund drei Jahren BrawnGP, immerhin das Weltmeister-Team 2009, das zuvor im Besitz des japanischen Herstellers Honda gewesen war.

Dennoch gelang erst in dieser Saison der erste Grand-Prix-Sieg. Nicht aber Schumacher, sondern Nico Rosberg gewann im April den Großen Preis von China. Schumacher kam seit seinem Comeback zur Saison 2010 einmal aufs Podest: In Valencia wurde der siebenmalige Weltmeister in diesem Sommer Dritter.

Nach den kommenden sechs Saisonrennen wird seine Fahrer-Zeit bei Mercedes beendet sein. Der deutsche Autobauer verlängerte Schumachers Vertrag nicht und setzt künftig auf den ehemaligen Champion Lewis Hamilton von McLaren.