Frankfurt (dpa) - Nach den jüngsten Verlusten dürfte sich der Dax zunächst kaum von der Stelle bewegen. Rund eine dreiviertel Stunde vor Handelsstart stand der X-Dax als außerbörslicher Indikator bei 7.215 Punkten um 0,01 Prozent unter dem Xetra-Schluss des Leitindex am Freitag.

In den vergangenen fünf Handelstagen war er bereits um 3,2 Prozent abgerutscht. Vor allem aus Asien kommen zum Quartalsauftakt angesichts anhaltender Wachstumssorgen nach den aktuellen Daten schwache Vorgaben. So litt der japanische Leitindex Nikkei-225-Index unter einem enttäuschenden Einkaufsmanagerindex in China. Negative Nachrichten kommen einem Händler zufolge zudem aus Spanien. Die Madrider Regierung läuft trotz der drastischen Sparpolitik Gefahr, das Defizitziel in diesem Jahr erneut zu verfehlen. Die Verbindlichkeiten des Euro-Staates werden in diesem Jahr auf 85,3 und 2013 nach dem Haushaltsentwurf der Regierung sogar auf 90,5 Prozent steigen.

Bankenwerte mit Spanien im Fokus

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Stresstestergebnisse für Spaniens Banken stehen Finanzwerte wie Deutsche und Commerzbank im Blick. Ein Börsianer ergänzte, dass der Markt zudem mit Spannung auf die Entscheidung über die Kreditwürdigkeit Spaniens durch Moody's warte. Die für Freitagabend befürchtete Herabstufung auf "Ramsch-Niveau" war zunächst ausgeblieben.

Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz gaben die Titel der Commerzbank um 0,29 Prozent nach. Das Finanzinstitut mit dem Bund als Großaktionär wird laut "WirtschaftsWoche" auch für das kommende Geschäftsjahr keine Dividende zahlen. Dies sei aber keine wirkliche Überraschung, sagte ein Börsianer. Der Finanzchef Stephan Engels habe bereits im August gesagt, dass die Zahlung einer Dividende noch schwieriger geworden sei, nachdem sich die Geschäfte weiterhin nur zögerlich entwickelten. Allerdings erwarteten die Analysten die Zahlung einer symbolischen Dividende von einem Cent für dieses Jahr. Dass die Commerzbank nach einem Bericht des Magazins "Focus" ihr Privatkundengeschäft neu aufstellen will, sei dagegen eine alte Geschichte.

Nordex geben bei L&S moderat nach

Nordex-Aktien legten nach Medienberichten über Interesse eines US-Unternehmens am deutschen Windmarkt zuletzt knapp ein halbes Prozent zu bei L&S. Wie es in den Berichten hieß, will der US-Finanz- und Infrastrukturinvestor Anbaric Transmission bis zu vier Milliarden Euro in die Anbindung deutscher Nordsee-Windpaks investieren. Nachdem der Netzbetreiber Tennet wegen Finanzierungsschwierigkeiten weitere Investitionen in den deutschen Windmarkt gestoppt hatte, könnte diese Nachricht den Nordex-Aktien einen Schub geben, kommentierte ein Händler.