Karlsruhe (dpa) - Der neue Chef des Karlsruher Energieversorgers EnBW, Frank Mastiaux, will alle Geschäfte und Beteiligungen des Energieversorgers auf den Prüfstand stellen und den Konzern in eine neue Zeit führen.

«Wir werden Energie neu denken und wir werden die EnBW neu denken», sagte Mastiaux in Karlsruhe auf seiner ersten Pressekonferenz. Dabei wolle sich das Unternehmen konsequent an den Kunden ausrichten. «Das ist der Kompass, den wir brauchen», sagte der Nachfolger von Hans-Peter Villis.

Bei der Neuausrichtung des Unternehmens komme auch der Kooperation mit Stadtwerken eine immense Bedeutung zu. Von der Zusammenarbeit mit Land und OEW als den beiden Hauptanteilseignern verspreche er sich viele Impulse. «Dies ist eine tolle Voraussetzung, die Zukunft der EnBW zu gestalten.»

Blicke in den Rückspiegel werde er nicht mehr zulassen, betonte Mastiaux weiter, der sich ansonsten mit konkreten Ankündigungen zurückhielt. «Ich werde nur noch den Blick nach vorne gestatten», sagte er in Anspielung auf die Russlandgeschäfte des Unternehmens und die Dauerdiskussion rund um den Kauf der EnBW-Anteile durch das Land. Der Ex-Eon-Manager war Ende März an die Spitze des Versorgers berufen worden, nachdem Vorgänger Villis das Vertrauen der Landesregierung verloren und seinen Vertrag nicht mehr verlängert hatte.