Athen (dpa) - Nach einer gut einwöchigen Pause hat die Geldgeber-«Troika» ihre Kontrollen in Griechenland fortgesetzt. Die Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) wollten sich zunächst mit Finanzminister Ioannis Stournaras treffen.

Am Nachmittag wollte der Ressortchef einen ersten Entwurf des neuen Sparhaushalts dann dem Parlament vorlegen. Die Summe der Sparmaßnahmen wird immer größer. Nach 11,5 Milliarden Euro bis vor einigen Wochen ist nun von 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro die Rede, wie die griechische Presse am Montag berichtete.

Am späten Nachmittag war eine Zusammenkunft mit Regierungschef Antonis Samaras geplant, wie dessen Büro mitteilte. Wann der Abschlussbericht der Finanzkontrolleure vorliegen wird, ist weiter unklar. Im Büro des Ministerpräsidenten gab es angesichts dieser vermeintlich letzten und entscheidenden Kontrolle nach Medienberichten bis in den frühen Morgen Treffen mit zahlreichen Ministern.

Ein positiver «Troika»-Bericht ist Voraussetzung für die Auszahlung einer nächsten Hilfstranche an das pleitebedrohte Euro-Land von 31,5 Milliarden Euro. Im Finanzministerium zeigte man sich am Montag besorgt, dass es erneut Meinungsverschiedenheiten und demnach auch Verspätungen geben könnte. Einer der wichtigsten Streitpunkte sei, dass die «Troika» auf eine sofortige Entlassung von 15 000 Staatsbediensteten poche. Athen dagegen plant eine Art Frührente für diese Menschen.

Ministerpräsident Samaras will so schnell wie möglich das grüne Licht der «Troika» erhalten und das Programm vom Parlament in Athen billigen lassen. Er wolle dann mit dem verabschiedeten Sparprogramm zum EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober nach Brüssel reisen, heißt es in griechischen Medienberichten. Die Regierung in Athen hatte sich Donnerstag grundsätzlich auf ein knapp zwölf Milliarden Euro schweres Sparprogramm geeinigt.