Müllheim (dpa) - Deutschland und Frankreich wollen sich noch nicht öffentlich auf eine gemeinsame Position zur Fusion der Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems festlegen.

«Dieser Dialog zwischen uns ist sehr offen», sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian nach einem Treffen der Außen- und Verteidigungsminister beider Länder im baden-württembergischen Müllheim. Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière machte deutlich, dass selbst der Zeitplan noch offen sei, nach dem es bis zum 10. Oktober zu einer Entscheidung kommen soll. «Auch die Frage des Zeitplans ist Gegenstand von Verhandlungen», sagte der CDU-Politiker.

Bisher verfügen Frankreich und Deutschland direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre. Laut «Spiegel» haben sich Deutschland und Frankreich auf eine gemeinsame Strategie verständigt, nach der sie jeweils neun Prozent an einem fusionierten Konzern halten wollten. Die beiden Übernehmen möchten den beteiligten Staaten hingegen nur ein Vetorecht bei feindlichen Übernahmen über eine «goldene Aktie» einräumen.

Drian nannte das Fusionsvorhaben «durchaus interessant und verführerisch», fügte aber hinzu: «Die Folgen sind sehr komplex.» De Maizière kritisierte die öffentliche Debatte über das Vorhaben. «Bei dieser Frage wird viel zu viel öffentlich geredet», sagte er. «Wir möchten die Debatte, die es gibt, nicht durch irgendwelche Spekulationen befördern.»

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