Moskau (dpa) - Kurz vor Beginn der Berufungsverhandlung gegen drei Mitglieder der russischen Polit-Punkband Pussy Riot hat ein Anwalt die Forderungen der orthodoxen Kirche nach Buße zurückgewiesen.

«Falls mit Buße ein Schuldeingeständnis gemeint ist, so ist das sehr unwahrscheinlich», sagte Verteidiger Mark Fejgin am Montag. Die jungen Frauen hätten stets klar gemacht, dass sie ihr umstrittenes Punkgebet gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche als politische Performance sehen. Bei Gläubigen, die sich durch die Aktion beleidigt fühlten, hätten sich die Künstlerinnen bereits entschuldigt.

Die Musikerinnen waren wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Strafler verurteilt worden. Das Moskauer Stadtgericht sollte am Montag prüfen, ob das international scharf kritisierte Urteil rechtmäßig ist. Er rechne nicht damit, dass die Frauen freigesprochen würden, sagte Fejgins Kollege Nikolai Polosow der Agentur Itar-Tass. Allerdings erwarte die Verteidigung, dass das Urteil abgemildert werde.

Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) - beide Mütter kleiner Kinder - und Jekaterina Samuzewitsch (30) sitzen seit Anfang März hinter Gittern. Bürgerrechtler kritisieren das Vorgehen der Justiz als politisch motiviert.

Die Moskauer Polizei zog rund um das Gericht ein Großaufgebot zusammen. Streifenwagen patrouillierten die Umgebung.

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