Berlin (SID) - Ewald Lienen kehrt als neuer Trainer des traditionsreichen Fußball-Erstligisten AEK Athen nach Griechenland zurück. Der langjährige Bundesliga-Profi und -Trainer unterschrieb beim griechischen Ex-Meister einen Vertrag bis zum Saisonende mit der Option auf ein weiteres Jahr.

"Ich habe schon sehr positive Erfahrungen in Griechenland gemacht. AEK hat zwar momentan Schwierigkeiten, aber in mehreren Bereichen auch viel Potenzial, so dass die Hoffnung besteht, die Mannschaft trotz der ökonomischen Probleme wieder in höhere Regionen zu führen", sagte der 58-Jährige am Mittwoch vor seinem Abflug im Gespräch mit dem SID.

Der finanziell angeschlagene Hauptstadt-Klub ist derzeit mit nur zwei Punkten aus sechs Spielen siegloses Tabellenschlusslicht. In der vergangenen Saison kam die Mannschaft zwar auf den fünften Rang, der griechische Verband entzog dem Verein jedoch wegen Schulden in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro das Startrecht für die Europa League. "Ich sehe die Aufgabe in Athen als Herausforderung an, und ich sehe auch trotz des verkleinerten Etats mit diesem Kader Chancen, eine positive Wende im sportlichen Bereich herbeizuführen", sagte Lienen weiter.

AEK, das seit 1994 auf seinen zwölften Meister-Titel wartet und 2011 durch den 14. Pokalsieg seinen bislang letzten Titelgewinn feierte, ist für den Coach bereits die dritte Trainer-Station in Griechenland. Von 2006 bis 2008 stand Lienen beim Lokalrivalen Panionios Athen unter Vertrag und wurde nach dem Einzug in den UEFA-Cup zum Trainer des Jahres 2007 gewählt. Bei Olympiakos Piräus hingegen wurde er im Oktober 2010 nach nur zweimonatiger Tätigkeit wieder entlassen. Vor seiner Zusage in Athen war Lienen zuletzt bei Arminia Bielefeld tätig, konnte aber in der Saison 2010/2011 den Abstieg der Ostwestfalen in die dritte Liga nicht verhindern.

Vor der Übernahme des Trainerpostens bei AEK hatte Lienen auch Interesse an einer Rückkehr ins deutsche Profi-Geschäft gehabt: "Seit dem Sommer war ich wieder offen für eine neue Aufgabe. Ich wollte aber erstklassig arbeiten und habe mich deswegen für das Angebot von AEK entschieden."

Probleme aufgrund der kritischen Haltung vieler Griechen gegenüber Deutschland im Zuge der Euro-Krise fürchtet Lienen an seinem neuen Arbeitsplatz nicht. "Ich habe ja nichts damit zu tun, was in der Politik passiert. Das können die Menschen in Griechenland auch unterscheiden", sagte Lienen.