Berlin (dpa) - Der Dopingfall Lance Armstrong nimmt wieder Fahrt auf. Die US-Anti-Dopingagentur USADA schickte am 10. Oktober ihre Urteilsbegründung mit deutlichen Anschuldigungen gegen den siebenmaligen Gewinner der Tour de France an den Radsport-Weltverband UCI.

Nach Erhalt der Akten hat der Verband 21 Tage Zeit, sein Urteil zu fällen. US Postal, langjähriges Profiteam Armstrongs, habe das «ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat», schrieb die USADA in einer Mitteilung auf seiner Internetseite.

Die Beweisführung gegen Armstrong sei mehr als 1000 Seiten stark und enthalte beeidete Zeugenaussagen von 26 Personen, davon 15 früheren Fahrern. Darunter befinden sich laut USADA Armstrongs Ex-Teamkollegen Tyler Hamilton, George Hincapie, Floyd Landis oder Levi Leipheimer. «Die Dopingverschwörung war professionell entworfen, um die Athleten unter Druck zu setzen, gefährliche Dopingmittel zu nutzen, (...) und einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen», schrieb USADA-Chef Travis Tygart.

Der UCI-Verbandsvorsitzende Pat McQuaid hatte mehrmals angedeutet, die Strafen - lebenslange Sperre gegen Lance Armstrong plus Aberkennung aller sieben Tour-de-France-Siege zwischen 1999 und 2005 - zu akzeptieren. Der 41-jährige Armstrong hatte darauf verzichtet, der USADA-Verurteilung zu widersprechen. Der Report ging auch an die Welt-Anti-Dopingagentur WADA und den Triathlon-Weltverband. Die USADA kündigte an, das Material im Internet zu veröffentlichen.

USADA-Mitteilung