Frankfurt/Main (dpa) - Seit fast einem Vierteljahrhundert spielt das Land Hessen einmal im Jahr Hollywood und kürt herausragende Filmproduktionen. Bester Spielfilm war für die Preisrichter in diesem Jahr «Lore» von Cate Shortland.

Der Spielfilm «Lore» von Regisseurin Cate Shortland ist am Freitag in Frankfurt mit dem mit 25 000 Euro dotierten Hessischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte in ihrer Begründung die deutsche Co-Produktion als ein «filmisches Meisterwerk». Die Kunst des geschickten, erzählerischen Weglassens erzeuge ein «fast mythisches Bild von der Odyssee mehrerer Kinder durch ein innerlich und äußerlich verwüstetes Land», befanden die Preisrichter.

Zum besten Dokumentarfilm kürte die Jury die Produktion «Vergiss mein nicht». Regisseur David Sieveking zeige darin behutsam, wie die Demenz Besitz von seiner Muter Gretel ergreife. Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert. Claudia Michelsen erhielt für ihre Rolle in «Der Turm» den Hessischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin. Zum besten Schauspieler wählte die Jury Stipe Erceg («Blaubeerblau»).

Der britische Regisseur Stephen Daldry erhielt den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Frankfurter Buchmesse. Seine Umsetzung von Jonathan Safran Foers Roman «Extrem laut und unglaublich nah» wurde damit als beste internationale Literaturverfilmung ausgezeichnet.

Der undotierte Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ging an die Schauspielerin Hannelore Elsner («Die Kommissarin»). Volker Bouffier (CDU) bezeichnete Elsner als eine grandiose Schauspielerin mit einem breiten künstlerischen Schaffen. Zugleich sei sie höchst authentisch in ihren Darstellungen, begründete er seine Wahl. Verleger Joachim Unseld sagte in seiner Laudatio zu Elsner: «Für den Preis ist es enorm wichtig, dass Du ihn bekommst.»

Den Preis als bester Kurzfilm erhielten der sieben Minuten lange Animationsfilm «Henker» von Baoying Bilgeri und der Trickfilm «Der Notfall» von Stefan Müller. Der Hessische Hochschulfilmpreis ging an «Nadja und Lara» von Sinje Köhler. Zum besten Drehbuch wurde «Einwärts» von Astrid Rieger gewählt.

Der undotierte Sonderpreis der Jury ging an die Schauspieler Isabel Bongard, Sonja Gerhardt, Jannik Schümann, Vincent Redetzki und Anton Rubtsov für ihre Rollen in dem Fernsehfilm «Mittlere Reife». Insgesamt sind die Ehrungen mit 185 000 Euro dotiert. Das Land vergibt nach eigenen Angaben die Film- und Kinopreise jährlich seit 1989, um damit den Filmstandort Hessen zu fördern.

Hessischer Film- und Kinopreis