Frankfurt/Main (dpa) - Im Spannungsfeld positiver und negativer Nachrichten hat sich der Dax am Mittwoch kaum verändert präsentiert. Dem kleineren Bruder MDax hingegen gelang es, sein bisheriges Rekordhoch aus dem Jahr 2007 zu übertrumpfen.

Während der deutsche Leitindex bis zur Mittagszeit um 0,12 Prozent auf 7385 Punkte stieg, rückte der Index der mittelgroßen Werte um 0,43 Prozent auf 11 520 Punkte vor. Das ist der höchste jemals erreichte Stand seit seiner Einführung 1996. Der deutsche Mittelstand ist Börsianern zufolge für viele Anleger derzeit Trumpf.

Geschätzt werde vor allem das starke Engagement der mittelgroßen Firmen in den Schwellenländern und in den USA, das einen gewissen Schutz gegen die Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa bietet. Der TecDax stand mit plus 0,01 Prozent bei 828 Punkten.

Zum Gesamtmarkt sagte ein Händler: «Positives und Negatives hält sich derzeit die Waage.» Die freundliche Stimmung in Übersee treffe hierzulande auf unfruchtbaren Boden, da im Duell der US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama wieder Boden gut gemacht habe. In der Finanzbranche werde auf den Republikaner Mitt Romney als neuer Präsident gehofft. Vor allem aber hätten die Quartalsberichte der IT-Konzerne Intel, IBM und auch ASML enttäuscht.

Die IT-Branche zählte folglich zu den schwächsten Sektoren in Europa. Die Aktien von SAP etwa büßten 0,36 Prozent ein und die der Software AG 0,78 Prozent. Dass die Infineon-Aktien um 1,30 Prozent zulegten, wurde mit den kräftigen Kursverlusten im September begründet, von denen sich Infineon noch nicht wieder erholen konnte. Damals hatte der Münchener Konzern den Markt mit einer Gewinnwarnung überrascht.

Die Aktien von ThyssenKrupp waren Favorit im Dax mit plus 1,92 Prozent. Die Salzgitter-Papiere besetzten mit plus 4,07 Prozent die MDax-Spitze. Die Stimmung im gesamten Stahlsektor sei positiv, sagte ein Händler und verwies auch auf japanische Stahlwerte.