Frankfurt/Main (dpa) - Der nachlassende Zinsdruck auf das krisengeschüttelte Spanien hat dem Dax am Donnerstag Auftrieb gegeben. Der Leitindex übersprang die Marke von 7400 Punkten und legte bis zum Nachmittag um 0,30 Prozent auf 7417 Punkte zu.

Der MDax zeigte sich wenig verändert mit minus 0,07 Prozent bei 11 548 Punkten, nachdem er an Vortag den höchsten Stand seit seiner Einführung 1996 erklommen hatte. Der TecDax gewann moderate 0,11 Prozent auf 828 Punkte.

«Die Stimmung hat sich in den letzten Tagen wirklich gedreht. Alles scheint gut zu sein», kommentierte Händler Thorsten Engelmann von der Equinet Bank. «Der Aktienmarkt ist fest, die USA melden sehr gute Wirtschaftsdaten und China mittelprächtige.» Die Stimmung hellte sich vor allem nach einer erfolgreichen Auktion von spanischen Staatsanleihen auf. Das südeuropäische Land muss für Anleihen mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren inzwischen deutlich weniger zahlen als bisher.

Spitzenwert im Dax war das Papier von Infineon mit plus 4,04 Prozent. Händler sprachen vor allem von einem Nachholbedarf der Aktie. Im September war sie nach einer Gewinnwarnung des Münchener Konzerns eingebrochen und konnte sich seither noch nicht wieder vollständig von den Verlusten erholen.

Die Daimler-Aktien stiegen um 2,73 Prozent. Der Autobauer will den Gürtel laut einem Bericht des «Manager Magazins» noch deutlich enger schnallen als bislang vermutet. Wie das Blatt in seiner aktuellen Ausgabe (Freitag) unter Berufung auf Konzernkreise schreibt, soll der Gewinn durch das Sparprogramm «Fit for Leadership» pro Jahr um mindestens drei Milliarden Euro gesteigert werden. Bislang hatten Medien lediglich über ein Sparziel von mehr als einer Milliarde Euro berichtet. Ein Daimler-Sprecher nannte die Zahl auf Nachfrage «reine Spekulation».

Eine Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch verhalf den Wincor-Nixdorf-Titeln zu einem Kursplus von 6,22 Prozent. Damit waren sie Spitzenwert im MDax. Analyst Claus Roller hob vor allem das Gewinnpotenzial im Segment Mobile Zahlungssysteme hervor. Am MDax-Ende hingegen büßten die Anteilsscheine von HHLA 4,18 Prozent ein. Nachdem am Vortag das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die geplante Elbvertiefung vorläufig gestoppt und damit einem Eilantrag von Natur- und Umweltschutzvereinigungen stattgegeben hatte, folgten negative Analystenkommentare über das Papier des Hamburger Hafenbetreibers.

Im SDax brachen die Aktien von Delticom um knapp 10 Prozent ein. Der Internet-Reifenhändler hatte am Vorabend sehr schwache Zahlen für das dritte Quartal gemeldet und zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognosen gesenkt.

Am deutschen Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,28 Prozent am Vortag auf 1,34 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 133,49 Punkte. Der Bund Future legte um 0,21 Prozent auf 139,88 Punkte zu. Der Kurs des Euro sank minimal: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3118 (Mittwoch: 1,3120) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7623 (0,7622) Euro.