Berlin (dpa) - Wegen der Dopingenthüllungen der vergangenen Tage zieht sich Rabobank zum Jahresende aus dem Radsport zurück. Wie das Team am Freitag auf seiner Homepage mitteilte, wird das Engagement der niederländischen Bank als Hauptsponsor zum 31. Dezember enden.

Die Entscheidung betrifft sowohl das WorldTour-Männerteam mit dem deutschen Profi Paul Martens als auch den Rennstall der Frauen.

«Uns tut das Herz weh, aber für die Bank war das eine unvermeidliche Entscheidung», sagte Bert Bruggink von der Rabobank. «Wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann.» «Gut gemacht Radsport!», twitterte Rabobank-Fahrer Mark Renshaw ironisch. Rabobank ist seit 17 Jahren im Eliteradsport aktiv und damit einer der ältesten Sponsoren.

Der Radsport-Weltverband UCI hat den Rückzug in einer Stellungnahme bedauert und gleichzeitig für «viele erfolgreiche Jahre der Partnerschaft» gedankt. Der in der Doping-Affäre Lance Armstrong selbst stark in die Schusslinie geratene Verband unterstrich «in dieser schwierigen Periode», alles zu tun «im Kampf gegen Doping» und für «komplette Transparenz bei Verletzungen der Anti-Doping-Bestimmungen» zu sorgen.

Radprofi David Millar, der sich nach seiner Verurteilung 2004 zu einem ernstzunehmenden Anti-Doping-Aktivisten gewandelt hatte, kritisierte die Entscheidung des alt eingesessenen Radsport-Sponsors Rabobank dagegen scharf. «Ihr wart Teil des Problems. Wie kann man sich erdreisten, sich jetzt von euren jungen, sauberen Fahrern abzuwenden, die Teil der Lösung sind», twitterte der Garmin-Profi.

Zur Zeit ermittelt die UCI gegen den spanischen Rabobank-Profi Carlos Barredo wegen Unregelmäßigkeiten in dessen Blutpass. Am meisten Aufsehen hatte Rabobank 2007 erregt, als das Team Michael Rasmussen im Gelben Trikot aus der Tour de France nahm, weil der Däne Dopingkontrolleure mehrmals über seinen Aufenthaltsort getäuscht hatte.