Herning (dpa) - Angeführt von Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov haben alle sieben Herren und fünf Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) die Auftakthürden bei der EM in Herning übersprungen. Auch Qualifikant Patrick Franziska aus Fulda schaffte den Einzug in die zweite Runde.

Der 20-Jährige bezwang den für Bundesligist Plüderhausen spielenden Serben Aleksandar Karakasevic mit 4:3-Sätzen und machte damit am Freitag die Startbilanz perfekt. Dagegen musste der an Nummer drei gesetzte Mitfavorit Michael Maze aus Dänemark bereits nach der ersten Runde seinen Schläger einpacken. Die völlig unerwartete 2:4-Pleite des hoch gewetteten Lokalmatadors gegen den österreichischen Qualifikanten Stefan Fegerl war ein Stimmungsdämpfer für die entsetzten Fans und Organisatoren in der Multifunktionshalle Jyske Bank Boxen.

Wesentlich konzentrierter als Maze, der 2009 in Stuttgart den EM-Titel geholt hatte, gingen die deutschen Medaillenanwärter zu Werke. Titelverteidiger Boll dominierte den Tschechen Tomas Konecny mit 4:0, und auch der Olympia-Dritte Ovtcharov hielt den belgischen Außenseiter Robin Nevos ohne Satzverlust souverän in Schach.

«Meine Form ist gut, bei diesem Turnier ist alles möglich», sagte Ovtcharov. Selbst ein vorzeitiges Scheitern würde den 24-jährigen Rechtshänder nicht aus der Bahn werfen. «Das Jahr kann ich mir hier nicht mehr kaputt machen», sagte der Vollblut-Profi vom russischen Club Orenburg.

Eine knifflige Aufgabe hatte Sabine Winter (Kolbermoor) gegen die frühere deutsche Nationalspielerin Amelie Solja zu lösen. Solja startet jetzt für Österreich, ihre Schwester Petrissa ist aber die Doppel-Partnerin und Zimmerkollegin von Winter bei der EM. «Tipps habe ich von Petrissa nicht bekommen», berichtete die 20-Jährige nach ihrem verdienten 4:2-Sieg.