Herning (dpa) - Die Doppelspitze Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov hat den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) zur besten EM-Startbilanz seit 50 Jahren geführt.

Im Sog der beiden Medaillenkandidaten qualifizierten sich in Herning beim Mammutprogramm mit 24 Einzel-Partien insgesamt sechs Herren sowie vier Damen des DTTB für das Achtelfinale. Nur bei der Heim-EM 1962 in Berlin war die Ausbeute noch besser. Damals fehlten aus politischen Gründen allerdings zahlreiche Verbände.

«Ein Finale gegen Timo wäre ein Traum. Das ist ein besonderer Anreiz. Aber der Weg ist lang», sagte der Olympia-Dritte Ovtcharov. Die ersten Etappen bewältigte er gegen Robin Nevos (Belgien/4:0) und Carlos Machado (Spanien/4:2) nicht ganz so leicht und locker wie Titelverteidiger Boll. Der 31 Jahre alte Linkshänder wurde bei den 4:0-Siegen gegen Tomas Konecny (Tschechien) und Jaroslaw Schmudenko (Ukraine) kaum gefordert, wirkte aber sehr souverän.

«Ich habe das Turnier schon ein paarmal gewonnen. Von daher gehe ich die EM relativ entspannt an», sagte der fünfmalige Einzel-Champion. Schützenhilfe erhielten die deutschen Top-Spieler, die frühestens im Endspiel am Sonntag aufeinandertreffen können, vom Österreicher Stefan Fegerl. Der Qualifikant, der per Losglück im Hauptfeld starten durfte, bezwang in der ersten Runde unerwartet den an Nummer drei gesetzten Ex-Europameister Michael Maze aus Dänemark.

Die 2:4-Pleite des hoch gewetteten Lokalmatadors schockte die Fans und EM-Organisatoren in der Multifunktionshalle Jyske Bank Boxen. Die Tränen der Dänen störten die DTTB-Damen nicht. Die an Position zwei gesetzte Jiaduo Wu (Kroppach) hatte zwar in ihren Partien einige Mühe. Sie kam ebenso wie Clubkollegin Kristin Silbereisen, die EM-Zweite Irena Ivancan (Berlin) und die 20-jährige Sabine Winter (Kolbermoor) weiter. Winter bezwang überraschend die niederländische Team-Europameisterin Li Jie.

Nur die deutsche Ex-Meisterin Zhenqi Barthel (Bingen) zog gegen Georgina Pota (Ungarn) den Kürzeren. Bei den Herren stand lediglich Christian Süß auf der Liste der Ausfälle. Der Düsseldorfer verlor in sechs Durchgängen gegen Joao Monteiro aus Portugal.