Stuttgart (dpa) - Nach der Gewinnwarnung für seine Pkw-Sparte hat der Autobauer Daimler nun auch die Prognose für den gesamten Konzern korrigieren müssen.

«Angesichts der deutlichen Verschlechterung des Marktumfelds in wichtigen Märkten in den vergangenen Monaten sowie einer Intensivierung des Wettbewerbs hat Daimler die Ergebniserwartungen angepasst», teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. Ursprünglich hätten die Zahlen erst am Donnerstag kurz vor Börsenstart in Deutschland vorgelegt werden sollen. Eine E-Mail-Panne in den USA zwang den Konzern zur früheren Mitteilung.

Der Dax-Konzern rechnet neuerdings nur noch mit einem operativen Ergebnis von ungefähr 8 Milliarden Euro, was knapp 9 Prozent unter Vorjahresniveau wäre. 2011 waren Daimler aus dem laufenden Geschäft rund 8,75 Milliarden Euro geblieben, was diesmal zunächst wieder das erklärte Ziel war. Die Schwaben wollen mit einem Sparprogramm gegensteuern und die Kosten überprüfen.

Unter dem Strich verdiente Daimler im dritten Quartal 11 Prozent weniger und kam auf 1,2 Milliarden Euro. Operativ blieben 1,9 Milliarden, was ein leichten Minus von zwei Prozent ist. Die Umsätze kletterten dagegen merklich um 8 Prozent auf 28,6 Milliarden Euro.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bereits Ende September Alarm geschlagen und angekündigt, in der wichtigen Autosparte mit den Marken Mercedes-Benz, Smart und AMG, werde der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Vorjahres 2012 wohl nicht erreicht. Zur Gewinnwarnung für den Gesamtkonzern zitierte ihn das Unternehmen am Mittwoch mit den Worten: «Aufgrund der konjunkturellen Herausforderungen wird Daimler zwar in diesem Jahr das hohe Vorjahres-Ebit nicht erreichen, aber dennoch wieder ein gutes Ergebnis einfahren.»

Daimler Geschäftsbericht 2011