Mönchengladbach (dpa) - Nächste Hoffnung Europa League: Mit neuem Erfolgsrezept und alter Grundordnung kämpft Borussia Mönchengladbach um den Verbleib im internationalen Geschäft.

Nach der 0:4-Pleite in der Bundesliga bei Werder Bremen steht der Vorjahresvierte in der Europa League gegen den französischen Renommierclub Olympique Marseille am Donnerstag vor der nächsten großen Herausforderung. «Das ist eine sehr athletische Mannschaft. Sie haben viele robuste Spieler in ihren Reihen», befand Trainer Lucien Favre. Die Gladbacher benötigen aus den beiden nächsten Spielen gegen die Franzosen mindestens einen Sieg, um im Rennen zu bleiben.

Dabei gilt es vor allem die defensive Ordnung nach den Patzern in Bremen wieder herzustellen. «Wir wissen, was zu tun ist. Aber wenn es Rückschläge gibt, setzen wir es nicht um», meinte Rechtsverteidiger Tony Jantschke. Soll heißen: Solange die Null steht, hält die Defensive, bei einem Gegentreffer bricht sie oft auseinander. «Wir müssen kämpfen und jeden Zweikampf annehmen. Aus dieser Situation kommt man nur mit harter Arbeit», sagte Flügelflitzer Patrick Herrmann.

Favre, der zuletzt in der Liga zweimal die gleiche Startformation brachte, wird gegen den Tabellenzweiten aus Frankreich möglicherweise wieder umstellen. Herrmann ist ein Kandidat für die Startelf, auch Peniel Mlapa könnte in der Offensive mal eine Chance bekommen. Denkbar ist, dass der Coach das zuletzt praktizierte 4-2-3-1-System ändert.

Da schon am Sonntag wieder eine schwere Auswärtspartie in Hannover ansteht und Gladbach die Punkte in der Liga derzeit dringend benötigt, ist auch eine größere Rotation wie vor dem ersten Europa-League-Spiel in Limassol nicht ausgeschlossen. Kapitän Filip Daems warnte davor, die derzeitige Situation zu unterschätzen. «Wir wissen alle, dass es gefährlich werden kann.»

Auch die Franzosen, die wie Fenerbahce Istanbul mit vier Punkten die Tabelle anführen vor Gladbach und Limassol (jeweils 1), sind zur Zeit ein wenig aus dem Rhythmus geraten. In der Liga hat die Mannschaft von Elie Baup zuletzt drei Spiele in Serie nicht gewonnen und fiel auf den zweiten Platz zurück.

Dabei schmerzte die 0:1-Niederlage in der Schlussminute am Wochenende beim ES Troyes gleich doppelt. Denn Marseilles Torjäger Andre-Pierre Gignac, der bislang acht Pflichtspieltreffer in dieser Saison für Olympique erzielte, zog sich einen Mittelfußbruch zu und wird einige Zeit ausfallen. «Das ist eine bittere Pille für uns», sagte Olympique-Coach Baup.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Herrmann, Arango - Xhaka - de Jong

Olympique Marseille: Mandanda - Abdallah, Fanni, Nkoulou, Morel - Kabore, Cheyrou - Amalfitano, Valbuena, A. Ayew - Remy

Schiedsrichter: Gumienny (Belgien)