Helsingborg (dpa) - Zu Hause gewinnen, auswärts nicht verlieren - diese Vorgabe von Trainer Mirko Slomka hat Hannover 96 in der Europa League bisher perfekt umgesetzt. Was in der Bundesliga nicht klappt, funktioniert in Europas Fußball-Stadien tadellos.

Entsprechend positiv ist die Stimmung vor dem dritten Gruppenspiel beim schwedischen Meister Helsingborgs IF am Donnerstag. «Wir wollen auf jeden Fall in Helsingborg gewinnen», kündigte 96-Kapitän Steven Cherundolo an. «Dort werden wir wieder energischer in die Zweikämpfe gehen.» Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke setzt auf Offensive. «Wir müssen mit viel Mut und ohne Nervosität spielen, denn das zeichnet uns auch sonst aus», sagte der Geschäftsführer. Mit einem Sieg würden die Niedersachsen die Führung in ihrer Gruppe auf sieben Punkte ausbauen.

«Es macht Spaß, außerhalb Deutschlands zu spielen», erklärte Cherundolo das im Vergleich zur Bundesliga bessere Auswärts-Auftreten Hannovers. Auch die Europa-Begeisterung der Fans ist ungebrochen. Mehr als 3000 Anhänger werden in der schwedischen Hafenstadt am Öresund mit einer ungewöhnlich hohen Dichte an Kneipen und Restaurants erwartet. Die Hotels sind so gut wie ausgebucht. Helsingborgs IF hat im kleinen, aber schmucken Olympia-Stadion mit einem Fassungsvermögen von rund 13 000 Zuschauern einen Bereich für 3000 Gäste-Fans reserviert.

Das Team des norwegischen Trainer Age Hareide ist zwar seit sechs Punktspielen ungeschlagen, verspielte aber am vergangenen Sonntag mit dem enttäuschenden 1:1 gegen den Vorletzten Örebro die letzte Chance auf die Titelverteidigung. «Ich weiß schon, wie die spielen», sagte Hannovers norwegischer Nationalspieler Mohammed Abdellaoue. Er kennt Hareide aus dessen Zeit als norwegischer Nationaltrainer. «Wir haben den Fokus aber auf uns gerichtet», betonte der 96-Torjäger.

Das Zweikampfverhalten war zuletzt beim 1:3 im Punktspiel in Frankfurt der Schwachpunkt. Slomka, dessen Vertragsverlängerung weiterhin Thema Nummer eins in Hannover ist, muss zwangsweise Veränderungen vornehmen. Innenverteidiger Karim Haggui ist gesperrt, sein Kollege Felipe nach einer Hüftzerrung noch nicht richtig fit. Deshalb wird wohl Christian Schulz mit dem Schweizer Mario Eggimann das Abwehrzentrum bilden. Auch auf den Außenpositionen könnte es Umstellungen geben.

Der frühere Nationalspieler Schulz hat seine muskulären Probleme auskuriert und ist in Schweden einsatzfähig. «Es ist sicher von Vorteil, dass er die Position kennt. Er weiß, was zu tun ist», sagte Cherundolo über Schulz. Ein kleiner Nachteil könnte die fehlende Spielpraxis sein. Der Ex-Bremers hat seit Ende August kein Spiel mehr für Hannover 96 bestritten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Helsingborgs IF: Hansson - Andersson, Atta, Larsson, Uronen - Lindström, Mahlangu, Gashi, Bouaouzan - Ðurdic, Bedoya (Sörum)

Hannover 96: Zieler - Cherundolo (Sakai), Eggimann, Schulz, Rausch (Pander) - Stindl, da Silva Pinto - Schlaudraff, Huszti - Ya Konan, Abdellaoue

Schiedsrichter: Stephan Studer (Schweiz)