Finanzminister: Sparpaket und Streckung unter Dach und Fach

Athen (dpa) - Griechenland bekommt nach Angaben aus griechischen Regierungskreisen zwei Jahre mehr Zeit zum Sparen. Athen muss damit das Budget in den kommenden zwei Jahren um 13,5 Milliarden Euro entlasten, statt ursprünglich 18,5 Milliarden Euro. Finanzminister Ioannis Stournaras sagte am Mittwoch im griechischen Parlament: «Das (Spar-)Paket ist abgeschlossen. Auch die Streckung haben wir erzielt», erklärte Stournaras. Einzelheiten nannte er nicht. Athen wolle nach Angaben des Finanzministers am kommenden Freitag und Montag die Euro-Arbeitsgruppe (Euro Working Group) in Brüssel informieren.

Europas Absatzkrise erreicht den Branchenprimus Volkswagen

Wolfsburg (dpa) - Der schwache Automarkt in Europa und hohe Investitionskosten in neue Modelle und Produktionsanlagen nagen beim Volkswagen-Konzern am Ergebnis. Im dritten Quartal sank der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn liegt der Wert bei 8,8 Miliarden Euro - und damit leicht unter den 9 Milliarden Euro zuvor. Konzernchef Martin Winterkorn bestätigte am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen dennoch die Ziele für 2012: Beim Betriebsgewinn peilt Volkswagen die Marke von 11,3 Milliarden Euro an.

Ifo-Index: Deutsche Wirtschaft spürt Abschwung

München (dpa) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich zusehends. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklimaindex, fiel im Oktober den sechsten Monat in Folge. Die befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich schlechter, und die Erwartungen blieben unverändert pessimistisch. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte am Mittwoch in München: «Die Wolken am deutschen Konjunkturhimmel verdunkeln sich.»

DIHK: Pessimismus in der deutschen Wirtschaft wächst

Berlin (dpa) - Der sommerliche Optimismus in der deutschen Wirtschaft ist verflogen. Wegen der Rezession in weiten Teilen Europas und der ungelösten Schuldenkrise im Euroland wächst in immer mehr Chefetagen die Besorgnis. Das geht aus der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Herbstumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Ein neuerliches Abrutschen wie 2009 ist aber nicht in Sicht: «Wir erwarten keine Rezession», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Auch am Arbeitsmarkt stehen die Ampeln weiter auf grün: Unter dem Strich sollen 2013 in deutschen Firmen 180 000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Ford will belgischen Standort schließen

Köln (dpa) - Der US-Autobauer Ford will wegen der Absatzkrise in Europa seine Produktion am belgischen Standort Genk bis Ende 2014 schließen. Das kündigte Ford Europe am Mittwoch in Köln an. Zuvor hatte bereits die Gewerkschaft über das drohende Aus berichtet. Ford werde jetzt Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über die Schließungspläne aufnehmen. Betroffen von der Maßnahme wären rund 4300 Beschäftigte. Hinzu kommen rund 5000 Arbeitsplätze, die von dem Ford-Werk abhängen. Die Gewerkschaft CSC Metea sprach von einer «bitteren Pille für die gesamte Region».

PSA Peugeot Citroën in Not: Staatshilfen und Zusammenarbeit mit Opel

Paris (dpa) - Der angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroën muss auf Staatshilfen und eine enge Zusammenarbeit mit dem ebenfalls defizitären Hersteller Opel setzen. Um die Zukunft der auf Fahrzeugkredite spezialisierten PSA-Finanzsparte zu sicherzustellen, sagte Frankreich am Mittwoch staatliche Garantien von bis zu sieben Milliarden Euro zu. Wie Opel leidet PSA extrem unter seiner Abhängigkeit vom schrumpfenden europäischen Markt. Im dritten Quartal sank der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf 12,93 Milliarden Euro. In der Autosparte wurde sogar ein Minus von 8,5 Prozent registriert, wie der nach Volkswagen zweitgrößte europäische Hersteller am Mittwoch mitteilte. Die Gesamtzahl der verkauften Wagen sank um 6,3 Prozent auf 625 267.

Berufungsgericht bestätigt Urteil gegen «Milliardenzocker» Kerviel

Paris (dpa) - Der als «Milliardenzocker» bekanntgewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel hat den Kampf gegen die Justiz und seinen früheren Arbeitgeber Société Générale verloren. Im Berufungsverfahren um einen der größten Spekulationsverluste aller Zeiten bestätigte ein Pariser Gericht am Mittwoch das Urteil aus erster Instanz. Kerviel muss damit drei Jahre ins Gefängnis, zwei weitere Jahre Haft werden zur Bewährung ausgesetzt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der heute 35-Jährige eigenmächtig 4,9 Milliarden Euro verzockte. Zudem verfügten sie, dass die Schadenersatzsumme auf die komplette Verlustsumme festgelegt wird. Dieses Urteil hat jedoch nur symbolischen Charakter, da der Verurteilte kein größeres Vermögen besitzt. Die Anlage lautete auf Untreue, Dokumentenfälschung und der Manipulation von Computerdaten.

Wieder Wachstumssprung bei SAP - Softwareriese steckt Ziele höher

Walldorf (dpa) - Nach weiteren Wachstumssprüngen legt Europas größtes Softwarehaus SAP die Messlatte zum Jahresendspurt ein Stück höher. Der Umsatz zog im dritten Jahresviertel um 16 Prozent auf rund 3,95 Milliarden Euro an, wie das Walldorfer Dax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Besonders das Kerngeschäft brummt und auch der Cloud-Bereich als Hoffnungsträger startet durch. Beim Gewinn gab es zwar einen Schönheitsfehler - doch der ist mit Übernahmekosten und einem Sondereffekt schnell erklärt. Die Börse honorierte die Kennzahlen, die SAP-Aktien setzten sich an die Spitze im Dax.

Umbaukosten und Sparprogramm lassen Gewinn bei Puma einbrechen

Herzogenaurach (dpa) - Hohe Kosten für Sparmaßnahmen und den laufenden Konzernumbau haben den Gewinn des Sportartikelherstellers Puma im dritten Quartal einbrechen lassen. Belastet durch die Sondereffekte ging der Überschuss um mehr als 85 Prozent auf 12,2 Millionen Euro zurück, wie das vom französischen Luxusgüterkonzern PPR kontrollierte Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. Aber auch die schwache Nachfrage in Europa verhagelte der weltweiten Nummer drei der Branche das Geschäft. Die Folge sind unter anderem Stellenkürzungen.

Dax im Plus

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch nach einer Berg- und Talfahrt moderat zugelegt. Bis zum Nachmittag stieg der Leitindex um 0,42 Prozent auf 7204 Punkte und konnte damit sein kräftiges Minus von rund dreieinhalb Prozent der vergangenen drei Handelstage leicht reduzieren. Der MDax gewann 0,30 Prozent auf 11 301 Punkte. Der TecDax legte um 0,59 Prozent auf 798 Punkte zu. Am deutschen Anleihemarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,31 Prozent am Vortag auf 1,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 133,67 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,07 Prozent auf 140,48 Punkte vor. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2942 (Dienstag: 1,3005) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7727 (0,7689) Euro.