Köln (SID) - Nach dem Fall Lance Armstrong fordert Sylvia Schenk, die frühere Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), für die 100. Auflage der Tour de France im kommenden Jahr einschneidende Verschärfungen der Anti-Doping-Maßnahmen. "Der Radsport ist noch zu retten, dafür sind aber gewaltige Anstrengungen nötig. Dazu muss die Tour de France beitragen, denn die Tour ist der Schlüssel dazu, dass der Radsport wieder sauber wird", sagte die Sportbeauftragte der Antikorruptions-Organisation Transparency International in einem Radiointerview mit WDR2.

"Man muss radikal denken", sagte Schenk vor der Präsentation der Tour 2013 am Mittwoch in Paris, "man muss dafür sorgen, dass niemand von außen in die Hotels gelangen kann, und es müssen sich alle bereit erklären, dass jederzeit in den Hotels Kontrollen in den Zimmern durchgeführt werden können. Man könnte eine Menge machen, wenn alle mitspielen und sagen: Wir wollen zeigen, dass nicht mehr gedopt wird."

Für die Durchsetzung derartiger Maßnahmen hält die Vorgängerin von Rudolf Scharping an der Spitze des BDR den irischen Weltverbands-Präsidenten Pat McQuaid nicht für die geeignete Person. "McQuaid hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren, und deswegen ist es nur schwer vorstellbar, dass er derjenige ist, der die Reformen einleitet, die jetzt notwendig sind", sagte Schenk.

Die Diskussion darüber, was mit den Armstrong aberkannten sieben Toursiegen geschieht, betrachtet Schenk mit Interesse. "Wenn die zweitplatzierten Fahrer nicht nachrücken, ist sehr spannend, dass dadurch ja auch die Unschuldsvermutung aufgehoben wird, und wie der Radsport dann erklären will, dass niemand nachrückt und gegen diese Fahrer keine Schritte eingeleitet werden sollen."