Berlin (SID) - Die Finanzierung der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) ist zumindest vorerst gesichert. Der Sportausschuss beschloss am Mittwoch auf Antrag der Regierungsparteien CDU und FDP, dass der NADA aus dem Sport-Haushalt zusätzlich eine Million Euro zur Verfügung gestellt wird. Von welchen anderen Posten das Geld an die NADA umverteilt wird, ist noch offen. "Das machen jetzt die Profis im Haushaltsausschuss", sagte CDU-Obmann Klaus Riegert.

Die Umverteilung rief jedoch die Oppositionsparteien auf den Plan, die Kritik an CDU und FDP übten. "Das ist nur ein Verschiebe-Bahnhof, das Problem bleibt. Der Antrag war eine Last-Minute-Aktion, um der Blamage zu entgehen, am Ende mit leeren Händen dazustehen", sagte SPD-Obmann Martin Gerster.

Zuletzt hatte im Etat der NADA für das kommende Jahr eine Lücke von 1,3 Millionen Euro geklafft. Die NADA-Vorsitzende Andrea Gotzmann hatte bereits angekündigt, bei einer finanziellen Unterdeckung des rund 6,5 Millionen Euro Etats die Anzahl der Dopingkontrollen verringern zu müssen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte Anfang des Jahres bei einem Runden Tisch vergeblich versucht, die Wirtschaft und die Bundesländer zu motivieren, sich stärker an der Finanzierung der NADA zu beteiligen.

Bei der Gründung der NADA vor zehn Jahren war eigentlich angedacht gewesen, den Etat aus dem angedachten Stiftungsvermögen von 50 Millionen Euro zu finanzieren. Bund, Länder, Wirtschaft und Sport haben in das Stiftungsvermögen allerdings erst 14 Millionen eingezahlt.

Auch deshalb hatte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag in der vergangenen Woche erklärt, dass das Stiftungsmodell "definitiv gescheitert" sei. Die SPD-Politikerin hatte dabei eine rein staatliche Finanzierung ins Spiel gebracht.