Köln (dpa) - Der US-Autohersteller Ford rechnet wegen der Absatzkrise mit einem Milliarden-Verlust in Europa und schließt drei Werke. Im laufenden Geschäftsjahr 2012 werde der Konzern voraussichtlich mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) Verlust machen, kündigte Ford Europe am Donnerstag in Köln an.

Nachdem das Unternehmen bereits am Mittwoch angekündigt hatte, seinen Standort Genk in Belgien zu schließen, sollen nun auch zwei kleinere Werke in Großbritannien - in Southampton und in Dagenham - dichtmachen.

Die tiefroten Zahlen seien vor allem ein Resultat des strategischen Abbaus der Fahrzeugflotten bei den Händlern im vierten Quartal. Die Werksschließungen sollen helfen, die Überkapazitäten in der Produktion an den europäischen Standorten abzubauen. So werde die derzeit installierte Kapazität um 18 Prozent oder 355 000 Fahrzeuge schrumpfen. Die angestrebten Einsparungen durch die geplanten Werksschließungen bezifferte Ford auf eine Summe von bis zu 500 Millionen US-Dollar jährlich.

«Wir werden die Krise in Europa mit einem Fokus auf neue Produkte, einer stärkeren Marke und einer verbesserten Kosteneffizienz angehen», erklärte Ford-Chef Alan Mulally in einer Presseerklärung. Ford wisse um die Auswirkungen der Pläne auf viele Beschäftigte und deren Familien.