Berlin (dpa) - Microsoft hat sein neues Betriebssystem Windows 8 weltweit in den Handel gebracht. Ab Freitag wird die Software und über hundert verschiedene Geräte unter anderem von Acer, Asus, Samsung und Sony verfügbar sein.

Für den Softwarekonzern steht viel auf dem Spiel. Nachdem Firmen wie Apple und Google außerhalb des Kern-PC-Marktes in den vergangenen Jahren viel Boden gewonnen hatten, will Microsoft nun mit einer einheitlichen Software-Plattform für PC, Laptop, Tablet, Convertibles und Smartphones punkten.

Den Start von Windows 8 will Microsoft mit speziellen Angeboten ankurbeln. Bis Ende Januar verkauft das Unternehmen sein neues Betriebssystem zu deutlich reduzierten Einführungspreisen. «Wir wollen möglichst schnell eine kritische Masse im Markt erreichen», sagte Christian Illek, neuer Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, am Donnerstag der dpa. Das Timing für die Markteinführung sei sehr gut. «Das vierte Quartal ist traditionell das Hardware-Quartal», sagte Illek. Den Start sollen auch umfangreiche Marketingkampagnen flankieren, darunter eine breit angelegte TV-Werbeaktion.

Die Version Windows 8 Pro gibt es bis zum 31. Januar als Download für 30 Euro, kündigte Microsoft an. Im Handel schlägt die Software auf einer DVD mit 60 Euro zu Buche. Ab Februar steigt der Preis dann auf 280 Euro. Nutzern von Windows 7, die ihr altes System ab Juni 2012 gekauft haben, bietet Microsoft bis Ende Februar für 15 Euro ein Upgrade auf Windows 8 an. Wer ein Gerät mit Windows 8 erwirbt, kann im Handel auf DVD über das Pro-Pack auf Windows 8 Pro aufstocken - bis Ende Januar für 60 Euro, danach für 160 Euro.

Mit Windows 8 hat Microsoft sein Flaggschiff-Produkt komplett neu erfunden. Die Oberfläche ist in nüchternem Kacheldesign gestaltet, das bereits von der mobilen Plattform Windows Phone 7 her bekannt ist. Auf den gewohnten Start-Button hat Microsoft verzichtet. Optional lässt sich die Oberfläche mit dem Finger oder wie gewohnt mit Maus und Tastatur bedienen. Erstmals fährt Microsoft als Hardwarehersteller seinen traditionellen Partnern in die Parade. Zum Start präsentierte das Unternehmen sein eigenes Tablet Surface, das als Referenzmodell zeigen soll, was alles in der neuen Software steckt.

«Ich bin überzeugt davon, dass Windows 8 im deutschen Markt sehr gut aufgenommen wird», sagte Illek. Die Software komme mit einer nie dagewesenen Bandbreite an neuen Geräten auf den Markt. Anders als seine Vorgängerversionen ist Windows 8 auf Tablets auch für die Bedienung mit dem Finger auf einem berührungssensitiven Bildschirm optimiert. Microsoft erhofft sich von Windows 8, im Markt für Tablet-Computer zur Konkurrenz aufzuschließen. Außerdem will das Unternehmen seine ohnehin starke Stellung auf dem PC-Markt mit dem System behaupten. Allein vom Vorgänger Windows 7 seien seit dem Start vor drei Jahren 670 Millionen Lizenzen verkauft worden, sagte Windows-Chef Steven Sinofsky am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Software in New York.

Zur Vermarktung von Windows 8 wurden nach Microsoft-Angaben in Deutschland 3000 Verkäufer im Einzelhandel in einer «Trainings-Roadshow» geschult. In 131 Elektronikmärkten (Media Markt, Saturn, Expert) finden in den kommenden drei Wochen «Device Days» statt, auf den die neuen Geräte mit Windows 8 präsentiert werden.

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