Berlin (dpa) - Zittern im hohen Norden, kaum Probleme in Wien: Den beiden siegreichen Fußball-Bundesligisten Hannover 96 und Bayern Leverkusen ist am dritten Spieltag der Europa League auf völlig unterschiedliche Art und Weise ein Schritt in Richtung Zwischenrunde gelungen.

Während die Werkself bei Rapid Wien einen souveränen 4:0 (1:0)-Erfolg einfuhr, schien für Hannover bei Helsingborg IF in der Nachspielzeit der Traum vom zweiten Dreier zu platzen. Dann aber ließ Stürmer Didier Ya Konan mit seinem Tor (90.+3) die Niedersachsen doch noch über ein 2:1 (1:0) jubeln. Mame Diouf hatte die Gäste in Führung geschossen (12. Minute), Alvaro war der Ausgleich gelungen (90.+1.

In der Tabelle der Vorrundengruppe L führt Hannover das Klassement ebenso mit sieben Zählern an wie Leverkusen die Vierergruppe K. Die Bayer-Elf hatte in der österreichischen Hauptstadt dabei wesentlich weniger Mühe: Dank der Tore von Philipp Wollscheid (37.), Gonzalo Castro (56./90.+2) und Karim Bellarabi (58.) sprangen nicht nur die Punkte fünf bis sieben heraus, sondern auch eine gelungene Generalprobe für das Duell in der Bundesliga bei Bayern München.

Bayers Trainer-Duo Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä hatte drei Veränderungen nach dem 2:2 gegen Mainz vorgenommen. Nach nur neun Minuten musste jedoch der eigentlich zur Schonung auf die Ersatzbank beorderte Lars Bender auf das Feld. Der Nationalspieler ersetzte Linksverteidiger Michal Kadlec. Der Tscheche hatte sich bei einem Zweikampf am Knie verletzt und bangt um seinen Einsatz gegen den FCB.

Nach einer mäßigen Anfangsphase setzte sich Bayers größere Klasse gegen die bemühte, aber harmlose Rapid-Mannschaft durch. Nachdem erste gute Chancen ausgelassen wurden, erlöste Wollscheids wuchtiger Kopfball nach Ecke von Castro die Gäste. Castro legte elf Minuten nach Wiederanpfiff nach und vollendete nach Doppelpass mit Bender. Bellarabi machte gegen Österreichs Rekordmeister nur zwei Minuten später alles klar und schoss Königshofer den Ball nach Vorarbeit von Schürrle aus spitzem Winkel wuchtig durch die Beine.

Im hohen Norden wäre den Hannoveranern die Chancenverwertung fast zum Verhängnis geworden. Dabei hatte 96-Trainer Mirko Slomka voll auf Offensive gesetzt. Er beorderte Diouf und Mohammed Abdellaoue in die Spitze, Ya Konan unterstützte die beiden dahinter. Im Mittelfeld sollten Sergio da Silva Pinto und Szaboics Huszti das Angriffsspiel organisieren. Slomkas Taktik ging auf. Von Beginn an hatten die Niedersachsen die Partie im Griff. Bald machte sich die Überlegenheit schon bezahlt: Nach einem Eckball von Huszti ließ Diouf mit seinem Kopfball Helsingborgs Keeper Pär Hansson keine Chance.

In der Folge dominierte Hannover die Hausherren phasenweise sehr deutlich, nur der beruhigende zweite Treffer gelang nicht. Nachdem Alvaro in der 82. Minute den Ball knapp neben den Pfosten setzte, machte er es in der Nachspielzeit besser. Hannover schien die drei Punkte bereits leichtfertig hergeschenkt zu haben - doch dann kam Ya Konan.