Stuttgart (dpa) - Ideenlos und in der Europa League weiter sieglos: Dem VfB Stuttgart droht nach einem enttäuschenden 0:0 gegen den FC Kopenhagen das frühe Aus schon nach der Gruppenphase.

Nach dem uninspirierten Auftritt gegen Dänemarks äußerst defensiven Rekordmeister bleibt der VfB mit nur zwei Punkten aus drei Spielen Letzter der Gruppe E. Spitzenreiter ist Steaua Bukarest mit sieben Punkten, Kopenhagen folgt mit vier Punkten, die Norweger aus Molde haben dank ihres Erfolges über den VfB drei Zähler.

Lediglich 15 300 Zuschauer in Stuttgart sahen am Donnerstag eine Partie mit nur wenigen Höhepunkten. Die Gastgeber konnten nicht an ihre gute Leistung vom 1:0-Erfolg in der Fußball-Bundesliga in Hamburg anknüpfen. «Insgesamt sind wir ein bisschen zu passiv und müssen mehr tun», fasste VfB-Sportdirektor Fredi Bobic das Geschehen schon nach der ersten Hälfte treffend zusammen.

Der Spitzenreiter der dänischen Liga verteidigte sehr geschickt und ließ kaum eine Lücke in der Defensive. Die Schwaben agierten viel zu statisch und wurden in Ansätzen nur gefährlich, wenn sie direkt spielten oder nach Ballgewinnen versuchten, schnell umzuschalten. Den Anspielen in die Spitze zu Vedad Ibisevic fehlte jedoch immer wieder die Genauigkeit.

Die einzige Stuttgarter Möglichkeit der ersten Hälfte besaß der eifrige, aber wenig effektive Ibrahima Traoré, der aus 18 Metern den Ball nicht richtig traf (15.). Die Dänen waren genauso harmlos: Der Ex-Club des Stuttgarter Mittelfeldstrategen William Kvist fiel nur auf, als Cesar Santin vor dem Tor den Ball verpasste (41.).

Erstmals Aufregung im Gäste-Strafraum gab es, als Torhüter Johan Wiland einen Ibisevic-Schuss abprallen ließ. Der zur Pause eingewechselte Tunay Torun kam beim Nachsetzen gegen Wiland zu Fall, bekam aber keinen Elfmeter, sondern die Gelbe Karte für eine angebliche Schwalbe (48.). Auf der anderen Seite rettete Kvist gegen den frei stehenden, aber zu zögerlichen Thomas Kristensen (53.).

Der VfB wirkte nun energischer und war bemüht, das Tempo und den Druck zu erhöhen, doch die Ungenauigkeiten im Spiel blieben. Nach 20 Minuten der zweiten Hälfte verfiel der Tabellen-Zwölfte der Bundesliga wieder in den Trott der ersten 45 Minuten. Auch Ibisevic konnte keine Akzente setzen, obwohl seine Mitspieler verstärkt versuchten, den Bosnier einzusetzen. Die Flanken der Kollegen erreichten ihn jedoch nicht.

Eine Prüfung für Torwart Wiland gab es erst wieder durch einen Schuss von Cristian Molinaro (70.). Auch den Versuch des aktiven und um mehr Belebung bemühten Torun parierte der Keeper (78.). Mehr brachten die vergeblich anrennenden Gastgeber während ihrer Schlussoffensive gegen die diszipliniert stehenden Kopenhagener nicht zustande.