CSU-Sprecher soll mit Anruf gegen Bericht über SPD interveniert haben

München (dpa) - Die CSU ist wegen des Vorwurfs der versuchten Einflussnahme auf die politische Berichterstattung des ZDF massiv unter Beschuss geraten. Der Grund: CSU-Sprecher Hans Michael Strepp soll mit einem Anruf in der ZDF-«heute»-Redaktion am Sonntag versucht haben, einen Fernsehbericht über den bayerischen SPD-Parteitag zu verhindern. Nach Angaben von CSU-Chef Horst Seehofer und Generalsekretär Alexander Dobrindt bestreitet Strepp aber den Versuch der politischen Einflussnahme. Der Mainzer Sender blieb auch am Abend «bei der Darstellung, dass Strepp am Sonntag in der "heute"-Redaktion angerufen und die geplante Berichterstattung über den Landesparteitag der SPD in Frage gestellt hatte». ZDF-Chefredakteur Peter Frey teilte mit, der Anruf sei «eindeutig gewesen», aber man sei dem Berichterstattungsauftrag nachgekommen.

Zeitung: Bundesländer legen Konzept zur Steuervereinfachung vor

Berlin (dpa) - Über Parteigrenzen hinweg haben sich Hessen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Bremen nach einem Zeitungsbericht auf eine Reform des Steuersystems verständigt. Zentraler Punkt soll eine weitere Anhebung des Arbeitnehmer- Pauschbetrags sein. Nach einem der «Süddeutschen Zeitung» vorliegenden Gesetzentwurf wollen die Länder elf Vorschläge in den Bundesrat einbringen. Zugleich strebten die Länder eine Gegenfinanzierung an und wollten an den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen ansetzen.

UN-Sicherheitsrat unterstützt Ruf nach Feuerpause in Syrien

New York (dpa) - Der UN-Sicherheitsrat hat sich der Forderung von Sondervermittler Lakhdar Brahimi nach einer Feuerpause in Syrien während des am Freitag beginnenden viertägigen islamischen Opferfests angeschlossen. Zuvor hatte Brahimi das Gremium über die aktuelle Situation in Syrien informiert. Dabei habe er ein «düsteres und dramatisches Bild» der Lage gezeichnet, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig.

US-Wahl - Texas droht OSZE-Wahlbeobachtern

Wien (dpa) - Zwischen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und dem US-Bundesstaat Texas ist ein Streit über die Beobachtung der anstehenden Präsidentenwahl entbrannt. Der texanische Generalstaatsanwalt Greg Abbott warnte die aus 56 Staaten bestehende Friedensorganisation, dass sich ihre Wahlbeobachter strafbar machen könnten, wenn sie sich den Wahllokalen nähern. Über diese Drohung beschwerte sich die Organisation bei US-Außenministerin Hillary Clinton, wie die OSZE mitteilte.

Russland testet neue Interkontinentalrakete

Moskau (dpa) - Russland hat nach eigenen Angaben erfolgreich den Prototyp einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete getestet. Das Geschoss sei wie geplant auf einem Übungsgelände im befreundeten Steppenstaat Kasachstan eingeschlagen, teilten die Streitkräfte am Mittwochabend der Agentur Interfax zufolge mit. Die neue Rakete werde die Kampffähigkeit erhöhen, etwa bei der Überwindung von Raketenschutzschilden. Russland streitet derzeit mit der Nato um ein geplantes US-Raketenabwehrsystem in Europa, das Moskau als Gefahr ansieht.

Berlusconi will doch nicht wieder Regierungschef werden

Rom (dpa) - Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will bei den Parlamentswahlen im Frühjahr 2013 doch nicht wieder ins Rennen gehen. Nach langen Überlegungen teilte Berlusconi auf der Website seiner Partei PdL mit, er werde seine Kandidatur nicht einreichen. «Ich bleibe aber an der Seite derer, die jünger sind, spielen und Tore machen müssen», so der 76-Jährige, der auch Besitzer des Fußballclubs AC Mailand ist. Nach Berlusconis Worten soll der Kandidat der Mitte-Rechts-Partei im Dezember in einer Parteiwahl bestimmt werden. Parteichef Angelino Alfano gilt als aussichtsreicher Bewerber, dürfte jedoch nicht als einziger antreten.